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Bad Ragazer Bürgergespräche sind jetzt online abrufbar

Der Gemeinderat Bad Ragaz hat Anfang Jahr zusammen mit dem Tiefbauamt des Kantons St. Gallen das Verkehrskonzept zu «Bad Ragaz mobil» beschlossen. Die Zusammenfassung der danach erfolgten Bürgergespräche ist nun publiziert. Das vierte Info-Forum findet Ende Mai an zwei Daten statt.

Die Gemeinde musste das vierte Forum von «Bad Ragaz mobil» zum Verkehrskonzept wegen den Covid-19-Vorgaben verschieben. Den Dialog mit der Bevölkerung wollte sie dennoch weiterhin pflegen, wie es in einer Medienmitteilung heisst. Deshalb ermöglichte sie Interessierten, ihre Fragen und Meinungen zum Verkehrskonzept über die Website der Gemeinde einzureichen. «Insgesamt haben rund 20 Personen davon Gebrauch gemacht, vorwiegend aus Bad Ragaz und Pfäfers», schreibt der Gemeinderat. Die Gemeinde lud zudem Ende März alle Interessierten zu Bürgergesprächen ein mit Gemeindepräsident Daniel Bühler, Sascha Bundi als Vertreter des kantonalen Tiefbauamts sowie Fabienne Perret, Verkehrsplanerin der Firma EBP. Die Zusammenfassung der Fragen und Antworten wurde nun in anonymer Form auf der Website der Gemeinde Bad Ragaz publiziert.

Grossteil der Fragen zur Niedriggeschwindigkeitszone

Das Verkehrskonzept definiert die Stossrichtung für die weitere Verkehrsentwicklung in Bad Ragaz und setzt sich aus mehreren Massnahmen zusammen. Herzstück ist die Temporeduktion im Dorfkern. Diese Niedriggeschwindigkeitszone hat von mehreren Varianten, den Dorfkern zu entlasten, am besten abgeschnitten. Die Gemeinde wird im Herbst 2021 beantragen, diese Bestvariante im Rahmen des kantonalen Strassenbauprogramms umzusetzen.

«Ich befürworte das Verkehrskonzept für Bad Ragaz und es wäre schön, wenn dieses mit der Zone 30 so bald als möglich umgesetzt wird.» Wie diese Aussage einer Bürgerin aus Bad Ra-gaz gemäss der Medienmitteilung beispielhaft zeige, hätte es in der Fragerunde diverse zustimmende Voten zum Verkehrskonzept gegeben. Einige der Fragenstellenden könnten den Entscheid zur Bestvariante aber nicht nachvollziehen, dies «insbesondere aus einer übergeordneten Sicht oder als Einwohner der Nachbargemeinde Pfäfers». Die Zusammenfassung der Bürgerfragen lege daher einleitend grundsätzliche Überlegungen zur Niedriggeschwindigkeitszone dar. Die wichtigsten Punkte daraus sind laut der Mitteilung:

Das Verkehrskonzept ist gesamtheitlich ausgelegt: Es geht nicht nur um die Autofahrenden, die sich relativ kurz auf der Durchfahrt durch den Dorfkern befinden und leicht längere Fahrzeiten in Kauf nehmen müssen. Im Fokus steht primär auch die Beein-trächtigung der dort lebenden und wirtschaftenden Personen; sie sind dem Verkehr permanent ausgesetzt. In den verschiedenen Foren äusserten sehr viele Teilnehmende den Wunsch, das Oberdorf attraktiver zu gestalten und dieses aufzuwerten. Auch aus Sicht der Nachhaltigkeit hat sich die Einrichtung einer Niedriggeschwindigkeitszone als beste Lösung erwiesen.

Die Fahrzeit verlängert sich um maximal 16 Sekunden pro Fahrzeug und Durchfahrt. Der betreffende volkswirtschaftliche Effekt wurde im Variantenvergleich berücksichtigt.

Im nationalen Kontext bevorzugen auch andere Gemeinden Lösungen wie Temporeduktionen, um die negativen Auswirkungen des Verkehrs zu minimieren. Als Reaktion auf diese Entwicklungen wurde die «Schweizer Guideline zum Entwurf von Hauptverkehrsstrassen innerorts» überarbeitet. Auch im Gesetz ist die Herabsetzung der Höchstgeschwindigkeit auf Hauptverkehrsstrassen unter bestimmten Bedingungen explizit vorgesehen. Im Falle von «Bad Ragaz mobil» wird derzeit in einem Verkehrsgutachten untersucht, inwiefern diese entsprechenden Voraussetzungen erfüllt sind.

Weshalb keine Doppelstrategie mit Umfahrung?

Die Zusammenfassung erläutert laut der Mitteilung auch, warum der Gemeinderat Bad Ragaz und der Kanton St. Gallen alternative Lösungen nicht weiterverfolgen. Der Hauptgrund ist, «dass deren Kosten höher sind als ihr Nutzen». In den Medien hätten einzelne Stimmen gefordert, dass der Gemeinderat eine Doppelstrategie verfol-gen und neben der Niedriggeschwindigkeitszone auch eine Umfahrung ins kantonale Strassenbauprogramm eingeben solle. «Es ist nicht opportun und zielführend, zwei Projekte einzugeben, die das gleiche Verkehrsproblem lösen sollen», erklärt Sascha Bundi vom kantonalen Tiefbauamt gemäss Medienmitteilung.

Es stehe fest, dass eine Niedriggeschwindigkeitszone die Anzahl Fahrzeuge im Dorfkern nicht minimiere. Heute seien dies 4100 Fahrzeuge pro Tag; 2000 Fahrzeuge davon seien nur auf der Durchfahrt. Mit der Temporeduktion und den damit verbundenen neuen Möglichkeiten, den öffentlichen Raum zu gestalten, liessen sich jedoch die verschiedenen Ziele des Verkehrskonzepts erreichen – und zwar «mit weniger Investitionen und innert kürzerer Zeit». Neben der höheren Aufenthaltsqualität im Dorfkern sollen auch die Anteile des Fuss- und Veloverkehrs sowie des öffentlichen Verkehrs erhöht und der Ausweichverkehr von der Autobahn minimiert werden. Damit komme es im ganzen Dorf zu weniger Beeinträchtigungen für die Bevölkerung, die Wirtschaft und die Umwelt. Zudem sei erwiesen, dass eine Temporeduktion zu weniger Stau und zu einem homogeneren Verkehrsfluss führe.

Ziel ist laut dem Gemeinderat nicht, im Dorfkern den Verkehr zu entflechten, sondern den vorhandenen Platz im Mischverkehr zu nutzen – «wo alle Verkehrsteilnehmenden aufeinander Rücksicht nehmen sowie sicher und gern unterwegs sind». Weiter bie-te die Niedriggeschwindigkeitszone für das Gewerbe im Oberdorf neue Chancen und die Bevölkerung von Pfäfers werde von Bad Ragaz sowie dem dortigen Dienstleistungsangebot nicht abgeschnitten.

Wer mehr zum Verkehrskonzept erfahren möchte, kann sich bis am Mittwoch, 19. Mai, auf www.badragaz.ch/de/badragazmobil (oder telefonisch unter 081 303 49 50, Gemeinderats-kanzlei) zum Info-Forum anmelden. Aufgrund der Covid-19-Vorschriften wird die Veranstaltung zweimal durchgeführt, am Dienstag, 25., beziehungsweise Donnerstag, 27. Mai. Beginn ist jeweils um 18.30 Uhr im Mehrzweckgebäude an der Fläscherstrasse 10. Beide Abende laufen identisch ab. (pd/sl)

www.badragaz.ch/de/badragazmobil

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