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Historisches Museum Thurgau ersteigert wertvolle Miniatur

Das Historische Museum Thurgau hat in einer Auktion bei Christie's in London eine Miniatur aus dem 14. Jahrhundert ersteigert. Es handelt sich um ein Bild aus dem ehemaligen Dominikanerinnen-Kloster St. Katharinental in Diessenhofen.

Keystone-SDA

Der Erwerb des Kunstwerks für 42'800 Franken bedeute für die Sammlung des Historischen Museums Thurgau einen bedeutenden Zuwachs, heisst es in einer Mitteilung des Kantons vom Freitag. Das Museum sei bereits im Besitz von Malereien aus der gleichen Hand.

Die Miniatur stammt aus der Blütezeit der Mystik im Bodenseeraum, als deren Hochburg das Kloster St. Katharinental galt. Es zeigt eine Gesprächsrunde mit Katharina von Alexandrien, der Schutzheiligen der Nonnen in St. Katharinental, im Kreis gelehrter Männer. Das Bild entstand um 1320 in einer Werkstatt im Bodenseeraum - wahrscheinlich in St. Katharinental selbst.

Klosterschätze verkauft

Im 19. Jahrhundert hatte der Thurgau seine Klöster aufgehoben und deren hochkarätige Kunstwerke veräussert. Mit dem Erlös füllte der noch junge Kanton seine Kassen. Das Sammlungskonzept des Historischen Museums sieht vor, solches Kulturgut in den Kanton zurückzuholen und für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Im 14. Jahrhundert waren in der Region Thurgau grosse, mehrere Kilo schwere Gesangsbücher für den Gottesdienst im Gebrauch. Die Pergamentseiten wurden kunstvoll mit Tinte beschrieben und mit feinsten Pinselstrichen aus Goldgrund virtuos bemalt, wie es heisst. Als diese Bücher später ausser Gebrauch kamen, wurden Bilder herausgeschnitten und zu hohen Preisen verkauft.

Auch heute noch werden solche Bilder auf dem Kunstmarkt teuer gehandelt. Bei der Miniatur, die das Museum in London ersteigerte, handelt es sich um ein solches Bild.

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