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Nagel in der Ferse: Beweis für römische Kreuzigung in Grossbritannien

Forscher haben nach eigenen Angaben erstmals einen Beweis für eine römische Kreuzigung in Grossbritannien entdeckt.

Keystone-SDA

Die Skelettreste eines Mannes mit einem Nagel in der Ferse wurden bei archäologischen Ausgrabungen im Dorf Fenstanton rund 90 Kilometer nördlich von London entdeckt, wie die Nachrichtenagentur PA am Mittwoch meldete. Es handle sich um ein gut erhaltenes Beispiel, das wegen des im Knochen verbliebenen Nagels fast einzigartig sei, sagte Expertin Corinne Duhig von der Universität Cambridge. "Das zeigt, dass selbst die Bewohner dieser kleinen Siedlung am Rande des Reiches der barbarischsten römischen Strafe nicht entgehen konnten."

Duhig sagte, weltweit kenne sie nur ein ähnliches Beispiel einer Kreuzigung, nämlich in Israel. Hinzu kämen zwei Fälle in Italien und Ägypten, die noch nicht verifiziert seien.

Kreuzigungen waren demnach im Römischen Reich üblich. Allerdings gibt es nach Angaben der Expertin nur wenige erhaltene Beispiele, weil nicht immer Nägel genutzt wurden. Viele Opfer wurden an T-förmigen Kreuzen festgebunden. Zudem wurden Nägel häufig wiederverwendet oder zu Amuletten verarbeitet. Die grausame Bestrafung wurde im 4. Jahrhundert von Kaiser Konstantin abgeschafft.

Insgesamt waren 2017 an der Grabstätte in Fenstanton fünf kleine Friedhöfe mit 40 begrabenen Erwachsenen und 5 Kindern entdeckt worden. Das Skelett des Gekreuzigten habe auch andere Verletzungen und Hinweise auf Misshandlungen aufgewiesen, sagte Duhig. Die Forscher haben ihre Ergebnisse noch nicht wissenschaftlich publiziert.

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