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Keystone-SDA | Mittwoch, 26. November 2025

Sexpuppen in Kinderoptik - EU verlangt Auskunft von Shein

Nach einem Skandal um den Verkauf von Sexpuppen und Waffen verlangt die EU-Kommission Auskünfte vom Billig-Onlinehändler Shein. Es gebe Hinweise durch die französischen Behörden, dass auf dem Online-Marktplatz illegale Waren angeboten würden.

Damit könnte Shein ein "systemisches Risiko" für die Konsumenten in der EU sein, sagte ein EU-Sprecher am Mittwoch. Die Kommission fordere die Plattform nun mit einem Auskunftsersuchen auf, detaillierte Informationen und interne Dokumente darüber vorzulegen, wie sie Minderjährige vor unangemessenen Inhalten schützt und den Verkauf illegaler Produkte unterbindet, heisst es in einer Mitteilung.

Shein teilte mit, die Anfrage erhalten zu haben und sie umgehend beantworten zu wollen. Man teile das Ziel, dass Konsumenten in der EU beruhigt online einkaufen könnten.

Bereits 3. Anfrage der EU

Grundlage für das Auskunftsersuchen ist das Gesetz über digitale Dienste (DSA). Es soll unter anderem sicherstellen, dass Plattformen illegale Inhalte auf ihren Seiten schneller entfernen als bislang. Nutzern wird es wiederum leichter gemacht, solche Inhalte zu melden. Grundsätzlich müssen grosse Anbieter mehr Regeln befolgen als kleine.

Es ist bereits das dritte Mal, dass die EU Auskunft von Shein verlangt. In einem nächsten Schritt könnte die Kommission ein Verfahren gegen das Unternehmen eröffnen. Eine Suspendierung von Online-Plattformen sei im Gesetz nur als allerletztes Mittel vorgesehen, sagte der EU-Kommissionssprecher.

Unternehmen in Frankreich unter Druck

Shein steht in Frankreich bereits unter massivem Druck der Regierung, die mehrere Verfahren gegen die Online-Plattform eingeleitet hat und mit einer Seitensperre für Frankreich droht. Anfang des Monats hatte Shein eine erste feste Ladenfläche in Frankreich eröffnet.

Besondere Brisanz bekam die Eröffnung, weil kurz vorher öffentlich wurde, dass bei dem Online-Händler Sexpuppen in Kinderoptik und auch in Frankreich genehmigungspflichtige Waffen angeboten wurden.

Auf europäischer Ebene hatte Frankreich die EU-Kommission zu einer Untersuchung und einem harten Durchgreifen gegen Shein aufgefordert.

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