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Trotz jüngster Pleite: Lakers sind auf Kurs

Mit der Auswärtspartie am Samstag gegen die ZSC Lions (3:5-Niederlage) haben die SC Rapperswil-Jona Lakers das erste Viertel der Qualifikation abgeschlossen. Headcoach Jeff Tomlinson zeigt sich zufrieden – aber nicht mit allem.

von Silvano Umberg

Beflügelt vom klaren 4:1-Heimsieg gegen Ambri-Piotta vom Freitag starteten die Lakers tags darauf im Hallenstadion frech in die Partie. Schon nach 75 Sekunden lag der Puck erstmals im Tor der Zürcher. Weil Marco Lehmann ZSC-Keeper Ludovic Waeber behindert hatte, zählte der Treffer von Steve Moses aber nicht. Als derselbe Spieler keine zwei Minuten später erneut einnetzte, gab es dann nichts mehr einzuwenden – die Lakers führten 1:0.

Nachdem es die Gäste verpasst hatten, ihren Vorsprung auszubauen, nutzten die Lions das erste Powerplay zum Ausgleich, legten im Mitteldrittel erstmals vor und zogen kurz nach Beginn des Schlussabschnitts auf 3:1 davon. Dank Moses – respektive nach dem 4:3 von Kevin Clark – blieben die Lakers aber bis zuletzt dran und kamen dem 4:4-Ausgleich (durch Moses und Roman Cervenka) zweimal sehr nahe. Erst Sekundenbruchteile vor der Schlusssirene stellte Denis Hollenstein mit einem Schuss ins leere Tor den Sieg der Lions sicher.

Topteams mindestens geärgert

Es war nicht das erste Mal in der laufenden Saison, dass die Lakers mit einem Spitzenteam der National League gut mithielten. Im ersten Saisonduell hatten sie den ZSC Lions mit einer 1:2-Niederlage nach Verlängerung einen Punkt abgeknöpft. Dem EV Zug unterlagen sie zweimal mit nur einem Treffer Differenz (2:3, 3:4), dem SC Bern – der allerdings momentan nicht wie ein Spitzenteam auftritt – ebenfalls (2:3). Und Genf-Servette vermochten die Rosenstädter sogar in der Overtime zu bodigen (2:1).

Eine klare Niederlage bezogen die Lakers bisher nur einmal, beim 2:9 in Davos, ausgerechnet gegen das aktuelle Schlusslicht der Tabelle. Im Gegenzug bezwangen sie Fribourg (4:1) und zweimal Ambri (5:1, 4:1) klar. Und auch gegen die SCL Tigers, nach Ambri das zweite Team, das von der Papierform her mit ihnen zu vergleichen ist, gewannen die Lakers beide bisherigen Duelle (1:0, 3:2 n.V.).

Pflichtaufgaben souverän gelöst

Bedeutet: Die vier bisherigen «Pflichtaufgaben» (gegen Ambri und Langnau) hat der SCRJ fast perfekt gelöst (mit 11 von 12 möglichen Punkten). Mit 17 Zählern aus 13 Partien liegt er aktuell auf dem 7. Tabellenrang. Siebte sind die Lakers auch, wenn man den Punkteschnitt als Massstab nimmt (siehe Grafik unten) – was aufgrund der unterschiedlichen Anzahl Partien, welche die Teams absolviert haben, mehr Sinn macht.

Nach einem Viertel des Qualifikationspensums lässt sich deshalb sagen: Der SCRJ ist auf Kurs Richtung Pre-Play-offs, seinem erklärten Saisonziel (Ränge 7 bis 10).

Vorgenommenes gut umgesetzt

«Ja, wir sind auf Kurs. Ich würde sogar sagen, dass wir auf sehr gutem Weg sind», sagt Lakers-Headcoach Jeff Tomlinson. «Zwei der wichtigsten Dinge, die wir uns für diese dritte Saison nach dem Wiederaufstieg vorgenommen haben, sind: auswärts mehr Punkte einfahren und defensiv stabiler werden. Beides ist uns bisher gelungen.»

Die Statistik belegt Tomlinsons Aussage. Sammelten die Lakers vergangene Saison in den ersten 13 Partien noch 0,15 Punkte im Schnitt auf fremdem Eis, sind es nun 1,00. Und der Gegentorschnitt sank um 0,2 auf 2,62, was ligaweit aktuell dem fünftbesten Wert entspricht.

Schwachpunkt Powerplay

Bei all dem Positiven gebe es aber auch weiterhin Sachen, die ihm nicht so gut gefielen, sagt Tomlinson. «Manchmal lassen wir noch etwas die Reife vermissen. Aber unser grösster Schwachpunkt ist im Moment sicher das Powerplay – und das ist auch der Hauptgrund, weshalb es uns nicht öfters gelungen ist, gegen die Topteams zu punkten oder sogar zu gewinnen.» Lediglich fünf ihrer bisher 37 Überzahlsituationen konnten die Lakers zu einem Treffer nutzen – was eine Powerplay-Effizienz von 13,51 Prozent bedeutet. Dieser Wert ist klar tiefer als jener in der vergangenen Saison zum gleichen Zeitpunkt (20,00) und liegt auch klar unter dem Ligadurchschnitt (19,05). «

Woran liegt es? «Wir spielen im Powerplay zu kompliziert», sagt Tomlinson. Dabei wäre das Rezept einfach: «Vor dem Tor für Verkehr sorgen und schiessen, schiessen, schiessen.» Mit jedem Erfolg steige das Selbstvertrauen, «und dann geht alles wieder viel leichter von der Hand». Ein grundsätzliches Problem sieht der SCRJ-Headcoach jedenfalls nicht. «Nein, das Talent ist da, ebenso sind die Werkzeuge vorhanden.»

Durchs Band besser aufgestellt

In der vergangenen Saison starteten die Lakers zwar weniger gut als jetzt, aber auch keineswegs schlecht (Zwischenrang 9). Im Anschluss folgte dann ein Einbruch, weshalb sie die Qualifikation erneut auf dem letzten Platz beendeten. «Das wird uns diesmal nicht passieren», ist Tomlinson überzeugt. Warum? «Weil wir nun erstens wirklich eine Mannschaft auf National-League-Niveau haben und zweitens auch im Coaches-Team besser aufgestellt sind», begründet er. Vor Jahresfrist seien sie an der Bande noch zu wenig gut «eingespielt» gewesen.

Zur Erinnerung: Die Assistenztrainer Niklas Gällstedt und Sven Berger waren damals neu dabei und mussten das Team wegen Tomlinsons Nierentransplantation (24. Oktober 2019) während Wochen alleine führen. «Ich hätte sie in der Saisonvorbereitung, sprich da, als noch Zeit war, besser einarbeiten müssen – denn unser Spielsystem ist ziemlich kompliziert», übt Tomlinson Selbstkritik. Nun seien sie alle drei auf dem gleichen Stand. «Ich glaube, auch das macht die Lakers nun besser und gefestigter.»

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