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Von gut gefüllt zu rappelvoll

15'000 Fans waren am Sonntag auf den Flumserberg gekommen, um mit Acts wie Andrea Berg, Nik P. oder der Stubete Gäng Party zu machen. Und die Stars der Szene hielten, was ihre Namen versprachen, das Publikum tanzte fast zwölf Stunden lang.

von Reto Vincenz (Text) und Gianluca Volpe (Bilder)

Sie war lang und illuster, die Liste der Künstlerinnen und Künstler für die sonntägliche Schlagersause am Flumserberg. Eine Liste, auf der eigentlich auch Jürgen Drews gestanden hatte. Doch der König von Mallorca, der kürzlich im TV seine Karriere-Aus für den Herbst angekündigt hatte, fehlte schliesslich nicht ganz unerwartet. Das war schade, tat der Stimmung letztlich aber keinen Abbruch. Es blieben nach wie vor ein rundes Dutzend Acts, welche das fast zwölfstündige Programm problemlos ausfüllen konnten.

Moderiert wurde der Anlass von Lokalmatador Stefan Roos, der seine Sommerferien in Weit weit weg extra für zwei Tage unterbrach, um am Berg dabei zu sein. Auf die Sekunde genau um 14 Uhr legte Roos los und sorgte mir seinen drei grössten Hits für eine erstes Aufwärmen. Es folgte der typische Steigerungslauf, dem ein solcher Tag unterliegt. Geri der Klostertaler, die Schlagerpiloten, Linda Fäh, die Partyhelden und die Calimeros geleiteten durch den Nachmittag. Die Stimmung war bei allen Acts gut, wobei es vor allem die Partyhelden waren, welche es schafften, das Stimmungspotenzial des Publikums schon einmal aufzuzeigen.

Andrea Bergs gefeierte Rückkehr

Und dann war es um 17.30 Uhr bereits Zeit für die grosse Headlinerin – Andrea Berg war mit Live-Band an den Berg gekommen und spielte bei vollem Tageslicht und damit unerwartet früh. Doch am Ende war das eine goldrichtige Entscheidung. 2017 spielte die Schlagerkönigin am Flumserberg irgendwo am späteren Abend zwischen Trauffer, Beatrice Egli und Vanessa Mai und hatte mit ihrer vergleichweise «seriösen» Musik gegen die Jungspunde beim damals «auf Krawall gebürsteten Publikum», das auf Trauffer wartete, mindestens stimmungstechnisch keinen einfachen Stand. Diesmal hingegen war die Krefelderin das erste grosse Highlight des Tages und die perfekte Überleitung vom Nachmittags- ins Abendprogramm. So geht Programmplanung.

Es folgten die «Jungen Zillertaler», quasi die Hauskappelle am Flumserberg, die Jahr für Jahr gnadenlos abgefeiert wird, bevor Howard Carpendale die Bühne betrat. Wobei das eine eher semigute Idee gewesen ist. Nicht, dass «Howie» etwas falsch gemacht hätte («Howie» war einfach «Howie»), aber zwischen den Juzis und Nik P. war der 76-jährige schlicht... es war schwierig. Ja, da waren einige Hundert seiner Fans im Publikum, die brav mit klatschten, aber der grosse Rest der mittlerweile gut biergetränkten Masse wollte Party. Man fühlte sich zwangsläufig an den angesprochenen Auftritt von Andrea Berg fünf Jahre zuvor erinnert.

Highlight Fäaschtbänkler

Danach war es Zeit für Nik P. (auch er mit grandioser Live-Band ) und seine umjubelten Megahits wie «Stern» und «Gloria» und mit ihm wurde es vor der Bühne auf dem nun stellenweise doch etwas tiefen und rutschigen Boden plötzlich richtig eng. Irgendwie war es schon erstaunlich, wo der Flumserberg um diese spätere Stunde plötzlich noch so viele Fans «ausspuckte». Aber war die Tannenbodenalp bis zu diesem Zeitpunkt gut gefüllt, zeigte sie sich nun plötzlich rappel voll und das Durchkommen auf der vorderen Hälfte des Geländes war kaum mehr möglich.

Das änderte sich auch bei Melissa Naschenweng, sie spielte leider ohne Band, nicht mehr und wurde bei den Fäaschtbänkler fast noch extremer: die Rheintaler waren so etwas wie der heimliche Sieger des Abends und brachten mit ihrem Mix aus eigenen Songs und 100 Coverversionen (die alle nur ein paar Sekunden dauerten), das Stimmungsfass zum überlaufen. Man muss diese Combo einmal live gesehen haben um zu verstehen, wie ein Publikum zu ihrer Musik Party macht. Blieb die Stubete Gäng und der krönende Abschluss eines wunderbaren Festes, das noch lange in der Erinnerung jener bleiben wird, die dabei gewesen sind.

Keine Zwischenfälle

Klar also, dass auch die Veranstalter der Stargarage eine positive Bilanz zogen. Für Projektleiter Fabian Feldmann war eindeutig, dass sich das neu gestaltete Gelände gut bewährt hatte. «Trotz des grossen Besucheransturms ging das diesjährige Open Air, abgesehen von ein paar Kleinigkeiten, reibungslos über die Bühne. Befürchtungen, dass der heftige Regen am Freitag dem Boden zusetzen könnte, erwiesen sich glücklicherweise als unbegründet», so Feldmann.

Auch die Rettungsdienste hätten einen ruhigen Abend verbracht. Grössere Vorfälle blieben aus, die Sanität habe sich lediglich um ein paar Misstritte und Insektenstiche kümmern müssen.

Das Programm für 2023 steht

Das Schlager Open Air am Flumserberg wird auch 2023 durchgeführt. Im Laufe des Sonntages wurden auf der Bühne die ersten Bands fürs kommende Jahr bestätigt. Darunter etwa Semino Rossi, Nik P., Matthias Reim, der Voxxclub und natürlich wieder die Jungen Zillertaler. Ebenfalls angekündigt worden ist auch eine Alpenparty, die am Freitag auf der Hauptbühne stattfinden wird. Dort dabei: Die Stubete Gäng, Megawatt und ein gross angekündigter Überraschungsgast. Wer es sein wird? Schnell machten am Sonntag Gerüchte die Runde, es könnte sich um Andreas Gabalier (das dürfte nicht stimmen) oder Trauffer/Büetzer Buebe handeln (das schon eher). Nun, man darf gespannt sein, welcher Name schliesslich bestätigt wird. (rv)

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