Freitag, 9. November 2018 | 11:45

Österreich beschuldigt Oberst a.D. der Spionage für Russland

Österreichs Regierung hat einen Oberst a.D. des Bundesheers beschuldigt, jahrzehntelang für Russland spioniert zu haben. Der Mann werde verdächtigt, bereits in den Neunzigerjahren die Zusammenarbeit mit russischen Geheimdiensten aufgenommen zu haben.

Österreichs Regierung hat einen Oberst a.D. des Bundesheers beschuldigt, jahrzehntelang für Russland spioniert zu haben. Der Mann werde verdächtigt, bereits in den Neunzigerjahren die Zusammenarbeit mit russischen Geheimdiensten aufgenommen zu haben.

Diese soll er bis 2018 aufrecht erhalten haben, sagte Bundeskanzler Sebastian Kurz am Freitag auf einer Pressekonferenz in Wien. Sollten sich die Vorwürfe bestätigen, werde dies "das Verhältnis zwischen Russland und der Europäischen Union nicht verbessern", fügte Kurz hinzu.

Aussenministerin Karin Kneissl berief den russischen Geschäftsträger ein und sagte eine geplante Reise nach Russland ab, wie Kurz mitteilte. "Spionage ist inakzeptabel", sagte der Bundeskanzler. Ein Sprecher des russischen Aussenministeriums sagte der Nachrichtenagentur AFP, dass Moskau seinerseits in dem Fall den österreichischen Botschafter einberufen habe.

Der österreichische Verteidigungsminister Mario Kunasek sagte, dass der Fall vor einigen Wochen dank Informationen eines europäischen Geheimdienstes ans Licht gekommen sei.

Anders als viele andere EU-Staaten hatte Österreich im Zusammenhang mit der Skripal-Affäre in Grossbritannien im März noch diplomatische Massnahmen gegen Russland abgelehnt, weil es nach eigenen Angaben Gesprächskanäle nach Moskau offen halten wollte. Im August hatte die Anwesenheit von Russlands Präsident Wladimir Putin bei der Hochzeit von Aussenministerin Kneissl für Aufsehen gesorgt.


Weitere Artikel aus der gleichen Rubrik

Behörden in Florida ordnen Neuauszählungen nach Zwischenwahlen an

In Florida kommt es wegen des knappen Wahlausgangs zu einer Neuauszählung der Stimmen in zwei vielbeachteten Rennen der US-Wahlen. Das meldeten mehrere US-Medien am Samstag übereinstimmend unter Berufung auf Behördenvertreter in Florida.

Russland kritisiert Österreich in Spionage-Ermittlungen

Der russische Aussenminister Sergej Lawrow sieht sein Land wegen neuer Spionage-Ermittlungen in Österreich zu Unrecht öffentlich an den Pranger gestellt. Das bekräftigte er am Samstag nach einem Telefonat mit seiner österreichischen Amtskollegin Karin Kneissl.

Roms Bürgermeisterin in Prozess um Vetternwirtschaft freigesprochen

Roms Bürgermeisterin Virginia Raggi ist am Samstag in einem Prozess vom Verdacht der Vetternwirtschaft freigesprochen worden. Der Politikerin der Fünf-Sterne-Bewegung war eine Falschaussage vor der Antikorruptionsbehörde vorgeworfen worden.

Trump und Macron für stärkeres europäisches Nato-Engagement

Vor den Feierlichkeiten in Paris zum Ende des Ersten Weltkrieges ist US-Präsident Donald Trump mit dem französischen Staatspräsidenten Emmanuel Macron zusammengekommen. Macron empfing Trump am Samstagvormittag im Élyséepalast.

Zahl der Toten bei Islamisten-Anschlag in Somalia steigt auf 53

Einen Tag nach einem schweren Bombenanschlag auf ein Hotel in Somalia ist die Zahl der Toten auf mindestens 53 gestiegen. Darunter sind auch sieben Angreifer der islamistischen Terrormiliz Al-Schabaab.

Messer-Attentäter von Melbourne laut Polizei von IS inspiriert

Bei dem Messer-Attentäter von Melbourne handelt es sich der australischen Polizei zufolge um einen radikalisierten Muslim, der von der Propaganda der Islamisten-Organisation IS zu dem Anschlag angestachelt worden sei.