Dienstag, 30. Juni 2020 | 08:45

Mit 650'000 Franken dotierter Preis für Andrea Ablasser vom EPFL

Professorin Andrea Ablasser vom EPFL und Professor Michel Gilliet vom Lausanner Unispital erhalten den mit 650'000 Franken dotierten Wissenschaftspreis 2020 der Fondation Leenards. Die beiden forschen über Autoimmunerkrankungen wie Psoriasis, Lupus und Sklerodermie.

Professorin Andrea Ablasser vom EPFL und Professor Michel Gilliet vom Lausanner Unispital erhalten den mit 650'000 Franken dotierten Wissenschaftspreis 2020 der Fondation Leenards. Die beiden forschen über Autoimmunerkrankungen wie Psoriasis, Lupus und Sklerodermie.

Ablasser und Gilliet untersuchen das hyperaktive angeborene Immunsystem von Menschen mit Autoimmunerkrankungen. Sie hoffen, dass die Erkenntnisse, welche sie aus der Erforschung der drei genannten Hauterkrankungen gewinnen, auch Therapien für andere Autoimmunerkrankungen ermöglichen.

Autoimmunerkrankungen sind sozusagen die Folge von Fehlalarmen: Durch Stress, Zellalterung oder Krankheit kann körpereigene DNA aus dem Zellkern entweichen. Sie wird von manchen Körpern als fremde DNA von eingedrungenen Viren fehlinterpretiert und wie eine Entzündung bekämpft. Es existieren hunderte verschiedene Autoimmunerkrankungen, allein 400 sind "rheumatisch". Es wird angenommen, dass praktisch jedes Gewebe im menschlichen Körper Ziel einer Autoimmunerkrankung werden kann.

Ablasser und ihr Team wollen in einem ersten Schritt die Ursachen und Auswirkungen eines hyperaktiven Immunsystems, das körpereigene Zellen angreift, untersuchen. In einer zweiten Phase werden erste therapeutische Strategien an Modellen des menschlichen Gewebes getestet. Als drittes soll die gefundene Therapie in vitro und in vivo getestet werden.

Erste Auszeichnungen schon mit 30 Jahren

Die 37-jährige in Deutschland geborene Humanmedizinerin Andrea Ablasser hat für ihre Arbeiten am angeborenen Immunsystem schon zahlreiche Preise erhalten, darunter 2013 den Jürgen-Wehland-Preis, 2014 den Paul-Ehrlich-Nachwuchspreis, 2018 den Nationalen Latsis-Preis und 2019 den Zonta-Preis.


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