Sonntag, 13. September 2020 | 15:30

Europäische Tage des Denkmals stossen auf grosses Interesse

Die 27. Europäischen Tage des Denkmals haben am Wochenende in der Schweiz in einer abgespeckten Version stattgefunden. Schweizweit fanden rund 250 Veranstaltungen zum Thema "Weiterbauen" statt. Von den rund 20'000 Besuchenden stammte fast die Hälfte aus der Romandie.

Die 27. Europäischen Tage des Denkmals haben am Wochenende in der Schweiz in einer abgespeckten Version stattgefunden. Schweizweit fanden rund 250 Veranstaltungen zum Thema "Weiterbauen" statt. Von den rund 20'000 Besuchenden stammte fast die Hälfte aus der Romandie.

Landauf, landab zeigten die diesjährigen Europäischen Tage des Denkmals, wie sich Bauten, Dörfer und Fabriken in den letzten Jahren verändert haben, sich weiter wandeln werden und wie dabei neuer qualitativ hochstehender Lebensraum entsteht, wie die Veranstalter, die Nationale Informationsstelle zum Kulturerbe (NIKE), am Sonntag mitteilten.

Die Besuchenden konnten beispielsweise in Allschwil, Küsnacht am Rigi, Buttisholz, Ermensee, oder Ruswil Dorfbilder von nationaler Bedeutung entdecken. Sie erfuhren, wie die Siedlungskerne trotz einschneidender Veränderungen dank hohen räumlichen und baulichen Ansprüchen erhalten werden können.

Besonders grosses Interesse in der Westschweiz

An Podien, unter anderem in Andermatt zum neuen Tourismusquartier oder in Stans zur Nidwaldner Baukultur, habe sich die gesellschaftliche Brisanz des diesjährigen Themas "Weiterbauen" verdeutlicht.

Wie bereits in früheren Jahren gelang es der Westschweiz, mit Führungen besonders viele Menschen anzusprechen. Besucherinnen und Besucher konnten auf die Kathedrale St. Nikolaus in Freiburg steigen oder das "Château de la Bâtiaz" in Martinach VS besichtigen.

Anhand der ersten Grosssiedlungen präsentierten die Denkmaltage zudem, welche Lösungen Architekten für verdichtetes Wohnen in die Praxis umgesetzt haben. Die von Le Corbusier inspirierten "Tours de Valmont" in Lausanne oder der "Tour d’Ivoire" in Montreux konnten besichtigt werden. Die ausgebuchten Führungen zeugten von grossem Interesse an Bauten aus dem 20. Jahrhundert, hiess es.

Digitale Angebote

Zum ersten Mal beschritten die Denkmaltage digitale Wege: Bereits im Vorfeld bot die Denkmalpflege des Kantons Zürich über Videos, Instagram und einer vierteiligen Serie Podcasts, Hintergründiges und Wissenswertes. Das Publikum gewann dabei unter anderem einen Einblick in die Entwicklung der Schulhäuser, der Kantonsschule Im Lee in Winterthur.

Die Denkmalpflege Schaffhausen führte eine filmische Besichtigung der ehemaligen Stahlgiesserei durch und thematisierte die denkmalpflegerischen Herausforderungen, die sich bei der Entstehung eines neuen Stadtteils stellen.

Dank der Zusammenarbeit mit Memoriav, dem Verein zur Erhaltung des audiovisuellen Kulturgutes der Schweiz, konnten an den Denkmaltagen selten gezeigte historische Filmdokumente vorgeführt werden, beispielsweise Industriefilme aus der Schuhfabrik in Schönenwerd.


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