Mittwoch, 22. August 2018 | 14:54

Absolutes Feuer- und Feuerwerksverbot teilweise aufgehoben

Die Niederschläge der vergangenen Tage haben die Feuergefahr ausserhalb des Waldes im Kanton St. Gallen soweit entspannt, dass das vom Sicherheits- und Justizdepartement für das ganze Kantonsgebiet verfügte absolute Feuer- und Feuerwerksverbot aufgehoben und auf Wald und Waldesnähe reduziert werden kann. Die Wasserknappheit hat sich hingegen weiter verschärft.

St. Gallen.– Seit Mittwoch sind Feuer im Kanton wieder erlaubt – jedenfalls teilweise. Fachexpertinnen und Fachexperten des Kantonalen Führungsstabes haben eine erneute Lagebeurteilung der aktuellen Wetterlage und der damit verbundenen Gefahr von Bränden vorgenommen. Die Niederschläge der vergangenen Tage hätten die Feuergefahr ausserhalb des Waldes soweit entspannt, dass das vom Sicherheits- und Justizdepartement für das ganze Kantonsgebiet verfügte absolute Feuer- und Feuerwerksverbot aufgehoben und auf Wald und Waldesnähe reduziert werden kann. Dies teilt die Staatskanzlei des Kantons St. Gallen am Mittwoch mit. Damit gilt in allen Teilen des Kantons ab sofort wieder ein Feuer- und Feuerwerksverbot in Wald und Waldesnähe (Abstand von 200 Metern) gemäss Verfügung des Sicherheits- und Justizdepartementes vom 24. Juli. "Es ist nach wie vor und generell im ganzen Kantonsgebiet untersagt, im Wald Feuer zu entfachen. Das Verbot betrifft auch die Nutzung von offiziellen Feuerstellen", heisst es weiter. Ebenfalls untersagt sei das Wegwerfen von brennenden Streichhölzern und Rauchwaren in Wald und Waldesnähe. Verboten bleibt auch im ganzen Kantonsgebiet das Steigenlassen von Himmelslaternen, Ballonen mit Wunderkerzen, Glücks- und Wunschlaternen oder Kong-Ming-Laternen.


Wasserstände auf Jahrhunderttief
Die Schweiz erlebt den trockensten Sommer seit 1908. Die Hitze und der fehlende Niederschlag haben auch im Kanton St. Gallen dazu geführt, dass die Grundwasserstände auf ein Rekordtief gesunken sind. Selbst bei intensiven Regengüssen kann es Wochen dauern, bis sich die Pegel wieder normalisieren. Fast alle Bäche im Kanton sind teilweise trockengefallen oder auf den tiefsten Abflüssen seit 110 Jahren. Die tiefen Wasserpegel in Flüssen und Seen führen zudem dazu, dass sich die Gewässer weiter aufwärmen und die Lebensbedingungen für Fische und andere Wasserlebewesen verschlechtern. Der kantonale Führungsstab ruft die Bevölkerung deswegen ausdrücklich zum sparsamen Umgang mit Wasser auf. Auto waschen, Rasen- und Gartenbewässerung sowie Füllen von privaten Schwimmbädern seien zu unterlassen. Zudem wird empfohlen, die Laufbrunnen abzustellen. Die Gemeinden bittet der Führungsstab die Entwicklung genau zu beobachten und gegebenenfalls Massnahmen zu ergreifen. Aber: "Dank vorausschauender Planung und Vernetzung der Wasserversorger kann die Versorgung mit Trinkwasser derzeit sichergestellt werden", schreibt die Staatskanzlei.

Kommunale Feuer- und Feuerwerksverbote
In der ganzen Trockenheitsperiode sind die Niederschläge lokal sehr unterschiedlich ausgefallen; Aus diesem Grund bestanden und bestehen grosse regionale Unterschiede. Verschiedene Gemeinden haben selber Massnahmen ergriffen und auf kommunaler Ebene Feuerverbote erlassen. Diese bleiben bis auf Widerruf durch die Gemeinden weiterhin bestehen. Auch ist es den Gemeinden weiterhin überlassen, neue oder strengere Vorschriften zu verfügen.

Personen, die die Verbote missachten, werden polizeilich verzeigt. Allfällige Verursacher von Sachschäden werden zur Verantwortung gezogen.

Auf der Webseite des Kantons St.Gallen sind Informationen zu den Feuer- und dem Wasserbezugsverboten aufgeschaltet.


Weitere Artikel aus der gleichen Rubrik

Tektonikarena Sardona: Etliche neue Projekte geplant

Nach der Feier des 10-Jahr-Jubiläums 2018 geht es für die Verantwortlichen des Unesco-Welterbes Tektonikarena Sardona jetzt um die Zukunft. Die Programmvereinbarung 2020–24 steht vor dem Abschluss.

Schattenbachlawine: Nach spektakulärem Abgang noch genügend Stauraum

Mit grossem Getöse und weitherum sichtbar, ist am Freitag Mittag in Walenstadt die Schattenbachlawine ins Tal gedonnert. Die gute Nachricht: Wie Gemeindepräsident Angelo Umberg auf Anfrage gegenüber der Redaktion erklärte, habe der spektakuläre Abgang keine Schäden verursacht. Die Lawine sei rund 100 Meter unter dem Tunnel der Bergstrasse zum Stillstand gekommen. Wie Umberg weiter sagte, habe der Stadtner Werkdienstleiter Patrick Eberle mittlerweile auch bestätigt, dass im unteren Bereich des Schattenbachs noch genügend Stauraum für weitere Lawinenniedergänge vorhanden sei.

Die Böllni-Arena trägt Altes, Neues, Blaues und Geliehenes

Die Fasnacht naht in grossen Schritten. Weil sich die Optik des Melser Dorfkerns während des Baus am GKZ von Tag zu Tag verändert, zeigt sich auch die zweite Austragung der Böllni-Arena mit neuem Gesicht. Das Zentrum der Melser Fasnacht ist neu auch vom Dorfplatz her zugänglich – und hat Zuwachs bekommen.

Verunfallter erst nach über einer Stunde gefunden

Am frühen Mittwochmorgen ist in Altstätten ein 22-jähriger Mann mit seinem Auto verunfallt. Erst rund 90 Minuten später wurde er gefunden.

Sarganserländer Nationalrat durch die Hintertüre?

Bald acht Jahre ist es her, als mit Elmar Bigger (SVP, Vilters) der letzte Sarganserländer aus dem Nationalrat ausgeschieden ist. Seither ist unsere Region in Bern nicht mehr vertreten. Nun könnte sich das ändern. Wird SVP-Kandidat Mike Egger in den Ständerat gewählt, rückt der Stadtner Christof Hartmann für ihn in die grosse Kammer nach. Doch geht es um die nationalen Wahlen, zaudern die lokalen SVP-Vertreter.

Der Bad Ragazer Leuchtturm soll nach Unterterzen wandern

Er war im Sommer 2018 eines der vielen Wahrzeichen der Triennale Bad Ragartz. Nun soll der Leuchtturm vom Guschakopf dorthin umziehen, wo Leuchttürme üblicherweise auch zum Einsatz kommen. Am Ufer des Walensees, an der frisch sanierten Hafenmole von Unterterzen, soll die 8,5-Meter-Skulptur zu stehen kommen.