Freitag, 19. Januar 2018 | 12:26

Angebliche Entführung in Sargans ist frei erfunden

Eine aktuell auf breiter Ebene in Sargans die Runde machende Geschichte gereicht jedem Krimi-Drehbuch zu Ehren. Demnach soll vor wenigen Tagen im Grafenstädtchen ein Mädchen auf offener Strasse in ein Auto gezerrt und entführt worden sein.

von Reto Vincenz

Dank einer Augenzeugin sei der Vorfall unverzüglich der Kantonspolizei St. Gallen gemeldet worden. Diese habe das Auto in Buchs stoppen und das Mädchen befreien können. Der Entführungsfall in Sargans sei, so wird erzählt, auch der Grund dafür, weshalb die Kantonspolizei am Donnerstag auf den in Mels tatsächlich vermissten Jungen (der «Sarganserländer» berichtete ) sehr zeitnah mit einer Öffentlichkeitsfahndung reagiert habe. Mittlerweile wurde der Bub wohlbehalten aufgefunden.

Krüsi: Stimmt alles nicht

Hanspeter Krüsi, Leiter Kommunikation bei der Kantonspolizei St. Gallen, zeigte sich auf Anfrage der Redaktion am Freitag im Bilde über das in Sargans kursierende Gerücht rund um einen angeblichen Entführungsfall. Allerdings: Die Story ist frei erfunden. Krüsi: «Es gab weder eine Entführung in Sargans noch eine andere strafrechtlich relevante Handlung, welcher dieser Geschichte zugrunde liegen würde.» Es bestehe für die Bevölkerung absolut kein Grund zu Beunruhigung, so Krüsi. Weitere Angaben machte er nicht. Gemäss unbestätigten Informationen der Redaktion könnten die unwahren Gerüchte um den «Sarganser Entführungsfall» von einer Einzelperson bewusst gestreut worden sein. Sicher ist aber nur: sie sind falsch.

Kein Zusammenhang

Krüsi sagte, dass die am Donnerstag eingeleitete, gross angelegte Öffentlichkeitsfahndung nach dem in Mels/Plons tatsächlich vermissten Jungen – gar das Schweizer Fernsehen wurde eingeschaltet – ein Mittel sei, zu dem die Kantonspolizei St. Gallen nur sehr selten greife. Krüsi: «Konkret kommt das nur alle zwei, drei Jahre vor.» Entschieden über das Vorgehen werde im Einzelfall. Am Donnerstag hätten verschiedene Faktoren zum Entscheid geführt. Neben anderen Aspekten auch das junge Alter der vermissten Person und die sehr garstigen Witterungsverhältnisse in Kombination mit der hereinbrechenden Nacht.


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