Montag, 13. Januar 2020 | 15:56

Chur und Glarus sind interessiert am Sarganserland

An einer Medienkonferenz in Vilters ist heute Montag (13. Januar) die Idee einer Gesundheitsversorgungsregion Sardona vorgestellt worden. Im Zentrum steht eine kantonsübergreifende Zusammenarbeit im Gesundheitswesen.

von Hans Bärtsch

In der Vernehmlassungsphase zur neuen Spitalstrategie im Kanton St. Gallen ist am Wochenende viel Bewegung gekommen. Nachdem Walter Gartmann aus Mels, SVP-Kantonsrat und Präsident der St. Galler Spitalkommission, am Freitag verschiedene Medien zu einer Orientierung von heute Montag nach dem Mittag eingeladen hatte, sorgte bereits dies für erste Medienberichte. Was wiederum bei den Regierungen der Kantone St. Gallen, Graubünden und Glarus Betriebsamkeit auslöste, indem Informationen zum selben Thema noch für heute Nachmittag in Aussicht gestellt wurden.

Analog zu Wil und Thurgau

Worum gehts konkret? Um die Schaffung einer überkantonalen Spitalregion namens Sardona auf der Achse Glarus-Walenstadt-Chur. Analog zu den Bemühungen im nördlichen Kantonsteil mit dem Spital Wil und dem Kanton Thurgau soll auch im südlichen Kantonsteil das Thema Gesundheitsversorgung über die Kantonsgrenzen hinaus angeschaut werden.

Sowohl Graubünden wie Glarus – wo es bereits heute Zusammenarbeitsformen gibt – seien bereit, für eine Gesundheitsversorgungsregion Sardona Hand zu bieten, so Gartmann vor den Medien. Noch während die Medienkonferenz im Gang war, unterstrich dies das Kantonsspital Chur, welches generell die Auffassung vertritt, «dass die ganze Situation primär aus Sicht der Patientinnen und Patienten im Sarganserland betrachtet werden sollte». Überall dort, wo ein wissenschaftlich belegter Zusammenhang zwischen Zeit und Qualität in der Gesundheitsversorgung bestehe (zum Beispiel Geburten, Herzinfarkte, Hirnschläge) sollten «unserer Auffassung nach nicht die Kantonsgrenzen, sondern die zeitliche Erreichbarkeit des nächstgelegenen zur Versorgung geeigneten Spitals die entscheidenden Kritierien für die Spitalplanung bilden».

Vier Forderungen

Im Namen der Interessensgemeinschaft (IG) Gesundheitsversorgungsregion Sardona, der nebst Gartmann auch die SVP-Kantonsräte Christof Hartmann (Walenstadt) und Christoph Gull (Flums) angehören, hiess es, die von der St. Galler Regierung vorgeschlagene Spitalstrategie «4plus5» sei abzulehnen respektive zur Überarbeitung zurückzuweisen. Eine kantonsübergreifende Zusammenarbeit mit dem Ansatz einer Gesundheitsversorgungsregion Sardona sei unter Einbezug der Kantonsspitäler Graubünden und Glarus konkret zu überprüfen. Am Spitalstandort Walenstadt soll in Kooperation mit den Kantonsspitälern in Chur und Glarus ein ambulantes und stationäres Basisangebot aufgebaut und bereitgestellt werden – anstelle eines Gesundheits- und Notfallzentrums. Überkapazitäten in der Region Sarganserland-Werdenberg müssten unter Berücksichtigung der Gesundheitsversorgungsregion Sardona und der Entwicklung im Fürstentum Liechtenstein vermieden werden.

Verbunden mit diesen vier Forderungen rief Gull aus volkswirtschaftliche Sicht in Erinnerung, dass das Spital Walenstadt der zweitgrösste Arbeitgeber in der Region sei mit rund 300 Vollzeitstellen. In Relation zu den rund 15'000 Arbeitsplätzen im Sarganserland sei das ein Anteil von 2,1 Prozent. Gemäss Gull «mit Abstand der höchste Wert» von allen von Spitalschliessungen bedrohten Regionen.

Obwohl erst kurz vor dem Mittag aufgeschaltet, erfreute sich die Website www.spital-sardona.ch bereits in den ersten Stunden regen Interessens, wie Hartmann sagte. Auf jener Website kann man sich namentlich für eine Gesundheitsversorgungsregion Sardona stark machen. Und damit für einen Erhalt des Spitals Walenstadt. Unterstützt wird eine solche Versorgungsregion auch von alt Kantonsrat und Arzt Valentin Rehli aus Walenstadt. Er meinte, eine solch gewinnbringende Zusammenarbeit sollte möglich sein.


Weitere Artikel aus der gleichen Rubrik

Mit Sport den «Kanti-Spirit» aufrechterhalten

Wie in der Volksschule gilt auch für die Kantonsschule Sargans seit 14 Tagen Schule von zu Hause aus. Die Fachgruppe Sport hat zusammen mit der Kanti Heerbrugg ein Programm aufgebaut, das mit dem Ziel «Gesund zu bleiben» genügend Bewegung in bewegungsarme Tage bringen soll.

Sporthalle Riet ist ab heute ein Konsultationszentrum

Der Kanton hat den Aufbau von drei Coronavirus-Konsultationszentren in Auftrag geben, um die Hausärzte und Spitäler zu entlasten. Gesundheitschefin Heidi Hanselmann nahm gestern auch in Sargans einen Augenschein. Dieses Zentrum ist für die Bevölkerung im Sarganserland und Werdenberg gedacht.

Betriebsaufnahme, gesicherte Betreuung und ein Stillstand

Ereignisreiches Wochenende in der St. Galler Pfalz: Während ab heute Montag der Parlamentsbetrieb wieder aufgenommen werden soll, sichert der Kanton die Kinderbetreuung für die Zeit der Frühlingferien. Gleichzeitig beschliesst die Regierung einen Fristenstillstand für kantonale und kommunale Volksbegehren bis zum 31. Mai.

Erotiksalons kontrolliert – alles in Ordnung

Die St. Galler Kantonspolizei kontrolliert weiter, ob die vom Bundesrat wegen der Corona-Pandemie erlassenen Beschränkungen eingehalten werden. In der Nacht auf Freitag (27. März) waren Erotiksalons ein Ziel der Patrouillen.

Innovative Lösung: Das Ambulatorium im Speisesaal

Die Frauenklinik des Spitals Walenstadt hat einen coronabedingten, temporären Umzug hinter sich und befindet sich neu im zurzeit geschlossenen Hotel Churfirsten in Walenstadt. Das Angebot der Frauenklinik wird so unkompliziert und innovativ aufrechterhalten. Der «Sarganserländer» hat telefonisch nachgefragt.

Zum 50. Geburtstag wartet ein weiteres Grossprojekt

Die wlw Bauingenieure AG feiert im 2020 ihr 50-Jahr-Jubiläum. Nachdem sich das in Mels domizilierte Unternehmen durch die Mitwirkung am Grossprojekt «The Circle» einen Namen gemacht hatte, qualifiziert es sich zum Geburtstag ein weiteres Teilprojekt am Zürcher Flughafen: Die Planung vom Rückbau des Docks A.