Freitag, 19. Juni 2020 | 11:03

Die Berufsschulen «heiraten» – das BZSL bleibt aber bestehen

Die Berufs- und Weiterbildungszentren Buchs und Sarganserland mit den Standorten Buchs/Salez (bzb) und Sargans (BZSL) schliessen sich bis ins Jahr 2022 zusammen. Das hat die St. Galler Regierung am Freitag bekannt gegeben. Der Standort in Sargans soll erhalten bleiben. Eventuell werden dort künftig auch Weiterbildungskurse angeboten.

von Reto Vincenz

Zwar war die Möglichkeit, dass der Kanton St. Gallen das Berufs- und Weiterbildungszentrum Sarganserland (BZSL) eines Tages ins BZB in Buchs integrieren könnte, in den letzten Jahren nie wirklich greifbar; entsprechende Befürchtungen wurden im Sarganserland hinter vorgehaltener Hand aber immer wieder geäussert. Nun scheinen diese Sorgen vom Tisch. Zwar will die St. Galler Regierung BZB und BZSL tatsächlich bis ins Jahr 2022  «betrieblich und organisatorisch» zusammenführen, wie es in einer Medienmitteilung der Staatskanzlei vom Freitag heisst.

Konkret hätten die Berufsfachschulkommissionen der beiden Bildungsinstitutionen «gemeinsam einen Entwicklungsprozess für ihre beiden Schulen gestartet». Ziel sei es die Berufsbildung im Raum Werdenberg, Sarganserland, Rheintal und Fürstentum Liechtenstein betrieblich und organisatorisch zu stärken. Dafür sollen die zwei Berufsfachschulen organisatorisch zusammengeführt und unter die Führung einer gemeinsamen Berufsfachschulkommission für die Region Süd gestellt werden. Regierungsrat Stefan Kölliker habe als Vorsteher des Bildungsdepartementes einen Projektauftrag zur zukünftigen Organisation in der Berufsbildungsregion Süd erteilt, heisst es dazu.

Bekenntnis zu Sargans
Doch die Mitteilung der Regierung beinhaltet auch ein explizites Bekenntnis zum Beibehalt der heutigen Standorte (Buchs mit Salez sowie Sargans). Diese blieben bestehen, heisst es dazu. Geprüft werde, ob Weiterbildungsangebote im Zuge dieser Zusammenführung auch in Sargans angeboten werden. Die Beschulung von Lernenden aus dem Kanton Graubünden und dem Fürstentum Liechtenstein – mit dem ein Staatsvertrag besteht – bleibe ebenfalls erhalten. Die Zusammenführung des bzb und BZSL sieht die Regierung auch im Sinn eines Postulatsauftrags des Kantonsrates zur strategischen Investitionsplanung für die Sekundarstufe II. Dieses fordere die Regierung auf, strategische und planerische Grundlagen für das Bildungsangebot und die Bildungsbauten des Kantons St. Gallen aufzuzeigen und daraus Massnahmen abzuleiten. Dabei gehe der Trend Richtung Schaffung von Kompetenzzentren für die massgeschneiderte schulische Ausbildung.

Jörg Tanner: «Nehmen Stefan Kölliker beim Wort»
Die Regierung betont in ihrer Mitteilung, dass «die Gemeinden und die weiteren Anspruchsgruppen der betroffenen Regionen in das Projekteinbezogen werden», und dass «die Gemeindepräsidien der Region Sarganserland-Werdenberg «ohne Ausnahme hinter dem Vorhaben stehen.»

Jörg Tanner, Präsident der Standortgemeinde Sargans, bestätigte diese Darstellung der St. Galler Regierung. Die Gemeinden im Sarganserland und Werdenberg hätten den Prozess mit angestossen. Entscheidend dabei sei das Versprechen der Regierung, dass keiner der heutigen Standorte aufgegeben werde. «Wie zählen diesbezüglich auf das Wort von Stefan Kölliker», so Tanner auf Anfrage der Redaktion. Weiter betonte er, dass der Zusammenschluss die Standorte stärke. Ziel sei es, dank mehr Schülerinnen und Schüler mehr Klassen bilden zu können. Nicht vom Tisch sei damit hingegen Idee eines Campus Sarganser-and, die einen möglichen Umzug des BZSL in Kanti-Nähe beinhaltet, so Tanner. (rv)


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