Montag, 23. Oktober 2017 | 11:09

Flums: Acht Personen durch Attacke mit Beil verletzt

Der 17-Jährige, der am Sonntagabend in Flums mit einem Beil Passanten attackiert hat, hat insgesamt acht Personen verletzt. Über das Motiv der Gewalttat kann weiterhin nur gerätselt werden.

von Hans Bärtsch

Bis im Juni diesen Jahres galt er als unbescholten. Dann wurden der Kantonspolizei St. Gallen Meldungen zu auffälligem Verhalten, konkret Gewaltfantasien gemacht. Wie das in Zusammenhang steht mit dem Amoklauf vom Sonntagabend, ist aber weiterhin offen. Wie Kantonspolizei und Jugendanwaltschaft heute Montag an einer Medienkonferenz sagten, steht eine erste Einvernahme des 17-Jährigen erst bevor.

Die Ereignisse noch einmal der Reihe nach: Auf dem Postplatz in Flums griff der junge Mann kurz nach 20 Uhr mehrere Passanten mit einem Beil an, darunter ein Ehepaar mit einem Kind. Die 30-jährige Frau erlitt unbestimmte, der 35-jährige Mann schwere Verletzungen. Das achtmonatige Baby verletzte sich beim Sturz aus dem Kinderwagen. Passanten, die den Opfern zu Hilfe eilten, erlitten ebenfalls Verletzungen.

Flucht mit dem Auto

Danach flüchtete der 17-Jährige mit einem gestohlen Fahrzeug, baute mit diesem an der Ganischastrasse einen Unfall und ging zu Fuss weiter zur Agrola-Tankstelle ennet der Autobahn A3. Dort attackierte der Mann wahllos weitere Passanten. Die Polizei, die rasch vor Ort war, stoppte ihn schliesslich durch Schusswaffengebrauch.

Einschliesslich des mutmasslichen Täters sind neun verletzte Personen zu beklagen, wie es an der Medienkonferenz hiess. Beim jungen Mann handelt es sich um einen Letten, der im Rahmen eines Familiennachzugs in die Schweiz gekommen ist. Er hat eine Aufenthaltsbewilligung B. und befindet sich in einer handwerklichen Lehre.

Über den Zusammenhang mit einem Feuerwehreinsatz im Haus des mutmasslichen Täters, wo dieser mit seiner Mutter und deren Partner wohnt, kann einstweilen nur spekuliert werden. Polizei und Rega waren jedenfalls mit einem Grossaufgebot vor Ort. Sirenengeheul und Blaulichter sorgten in Flums für eine gespenstische Stimmung. Ein Video auf Social-Media, auf dem zwar nicht viel zu sehen war, dafür die markerschütternden Schreie einer Frau zu hören waren, sorgte zusätzlich für Verunsicherung. Für den mutmasslichen Täter steht nun eine Anklage wegen mehrfacher vorsätzlicher Tötung im Raum, wie es an der Medienorientierung weiter hiess.

 


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