Donnerstag, 4. April 2019 | 22:37

Kanton will in Vilters Durchgangsplatz für Schweizer Fahrende einrichten

Die Bombe platzte am Donnerstag Abend ganz zum Schluss der fast zweistündigen Bürgerversammlung in Vilters-Wangs: Der Kanton St. Gallen will am Rheinufer in Vilters einen Durchgangsplatz für Schweizer Fahrende einrichten. Gemeindepräsident Bernhard Lenherr bestätigte die Pläne im Anschluss an das Votum eines Bürgers.

von Reto Vincenz

Seit Jahren sucht der Kanton verzweifelt die vom Bundesgericht vorgeschriebenen Durchgangs- und Standplätze für Fahrende. Der Bedarf ist gross. Wo immer er diese aber auch einrichten will, winken die Gemeinden ab. Zuletzt etwa in Thal und Gossau in den Jahren 2014 und 2015. Danach kündigte der Kanton an, er gehe auf die Suche nach sechs anderen Standorten. Wo diese sein sollten, war ein gut gehütetes Geheimnis. Ab sofort ist nun klar: Das Sarganserland und konkret Vilters, soll zum Zuge kommen. Gemeindepräsident Bernhard Lenherr bestätigte ganz zum Schluss der Bürgerversammlung – nach einer konkreten Frage bzw. Anmerkung eines Bürgers – die Pläne des Kantons. Demnach besitzt das kantonale Rheinunternehmen Boden am Rhein in der Vilterser Au. Konkret handelt es sich um das Gebiet, wo einst das Kieswerk Neuenschwander betrieben worden ist.

Lenherr: Noch ist nichts fix

Lenherr sagte auf die Nachfrage des betroffenen Anwohners, dass der Gemeinderat vom Kanton informiert worden sei. Grundsätzliche könne die Gemeinde dem Kanton nicht vorschreiben, was dieser auf seinem Grund und Boden mache. Allerdings, so Lenherr, habe sich der Gemeinderat auf den Standpunkt gestellt, dass es für einen solchen Durchgangsplatz eine Baubewilligung brauche und der fragliche Boden nicht die richtige Zonenzugehörigkeit besitze. Lenherr betonte, dass das Vorhaben noch nicht fix sei. Fix ist dafür, dass diese Neuigkeit in den nächsten Tagen und Monaten einiges zu diskutieren geben wird.


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