Donnerstag, 4. Januar 2018 | 13:12

Klaus Nussbaumer: «Würde wieder gleich entscheiden»

Die Verantwortlichen der Pizolbahnen bekommen heute Donnerstag noch immer die Nachwirkungen von Sturm «Burglind» zu spüren. Einerseits müssen sie Fragen beantworten, andererseits stehen die Anlagen nach wie vor still. Morgen Freitag soll der Betrieb wieder aufgenommen werden.

von Reto Vincenz

Wangs/Bad Ragaz.– Sturm «Burglind» hatte die Pizolbahnen gestern Mittwoch hart getroffen. Um die Mittagszeit waren sowohl in Wangs als auch in Bad Ragaz umgeknickte Bäume auf die Tragseile der Zubringer gestürzt. Die  beiden Bahnen stellten automatisch sofort ab. Die Folge: 25 Gäste sassen in den Gondeln fest. Sie mussten von Einsatzkräften geborgen werden. Die Evakuierungsaktion, die mehrere Stunden dauerte und auf eine breite Beachtung in den Medien stiess, zog sich bis gegen 18 Uhr. Dann waren auch alle Mitarbeitenden wieder im Tal. Unter anderem mussten zahlreiche Personen mit der Rega und einem Polizeihelikopter ins Tal geflogen werden, die in den Bergrestaurants ausharrten. Verletzte gab es dabei keine.


 «Äussere Einwirkungen»
Heute  Vormittag war am Pizol nun das grosse  «Sammeln und Aufräumen» angesagt. Und es mussten Fragen beantwortet werden. Insbesondere, ob das Gebiet nicht früher hätte entleert werden sollen. Für Geschäftsführer Klaus Nussbaumer eine müssige Frage. Denn: «Wegen des angekündigten Sturms wurden generell nur die unteren, weniger exponierten Anlagen, in Betrieb genommen. Dort waren die Verhältnisse am Vormittag gut. Zu diesem Zeitpunkt hatten viele andere Gebiete in der Region ebenfalls geöffnet.»
Als der Wind dann zunahm, habe man umgehend gehandelt. Heisst, so Nussbaumer: «Wir entschieden, komplett zu schliessen, mussten aber die Leute noch mit der Gondelbahn ins Tal bringen. Denn wir haben keine Pisten, die bis ganz hinunter führen. Dabei kam es zu dem Zwischenfall, denn die Winde bzw. Böen kamen unerwartet schnell und waren extrem heftig».
Auch wenn man im Nachhinein immer klüger sei: Nussbaumer verteidigte am Donnerstag die Entscheide des Vortages und betonte: «Ich würde wieder gleich handeln. Die Bahnen selber hatten ja auch keine Probleme und funktionierten bei den herrschenden Verhältnissen tadellos. Es waren äussere Einflüsse, sprich die umgeknickten Bäume, welche die Schwierigkeiten verursachten». Und die evakuierten Personen? Gemäss Nussbaumer habe man mit ihnen nach der Rettungsaktion gesprochen und ihre Daten aufgenommen. Die Reaktionen seien mehrheitlich verständnisvoll und von Erleichterung geprägt gewesen. Einige hätten gar von einem Abenteuer gesprochen.


Ab Freitag wieder Normalbetrieb
Heute Donnerstag bleiben die Anlagen am Pizol noch geschlossen. Im Fokus stehen die Kontrolle der Strecken und Waldbestände. Wie Nussbaumer sagte,  hat  man das Gebiet mit Helikoptern abgeflogen, um sich ein Überblick über die Situation in den Wäldern  zu verschaffen. Dabei sind auch Fachleute aus dem Forstbereich mit einbezogen worden. Zudem wurde die Technik der betroffenen Anlagen überprüft. Dabei habe man praktisch keine Schäden festgestellt. Aufgelaufen sind allerdings Kosten für die Bergungsaktion und die Freimachung der Strecke. Nussbaumer geht davon aus, dass diese mehrheitlich durch Versicherungen gedeckt würden.
Morgen Freitag soll der Betrieb am Pizol, wo im Laufe des Vormittages heftiger Schneefall einsetzte, wieder aufgenommen werden. Angesichts der Lawinengefahr könne es allenfalls Einschränkungen geben, so die Verantwortlichen. Aktuelle Infos gibt es im Internet unter www.pizol.com.


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