Mittwoch, 1. Juli 2015 | 22:08

Mallorca und die Südtürkei

Die Lieblingsdestinationen der Ferienreisenden aus der Region haben sich im Lauf der Jahre gewandelt. Geblieben ist die Vorliebe für Sonne, Meer und Strand.

von Heinz Gmür


Nur noch einige wenige Tage, dann ist sie da, die schönste Zeit des Jahres. Die Zeit, um die Seele baumeln zu lassen. In einer Hängematte unter Palmen, von der Sonne umschmeichelt, einzig das Rauschen der Meeresbrandung im Ohr. Was wie ein Klischee aus der Werbung daherkommt, entspricht ziemlich genau dem, was Sarganserländerinnen und Sarganserländer während ihrer Sommerferien suchen.

Beliebtes «all inclusive»
Eine erste Bestätigung liefert Yvonne Walser Georgy vom Reisebüro Tödi, Sargans. Auf die Frage, wonach denn eine Mehrheit der Sommerferienreisenden in erster Linie suche, antwortete sie: «Sonne, Meer, Sand und Strand – und einige möchten dann noch etwas Kultur.» Ähnlich tönt es bei Reiseberaterin Jeannine Arnold, Zentrum-Reisen, Mels, welche die hiesigen Vorlieben wie folgt auf den Punkt brachte: «Schönes Wetter – Sun and Fun and Relax.»
Nun, die Sonne scheint ziemlich zuverlässig auch in der Sahara. Trotzdem dürfte diese Destination aus naheliegenden Gründen nicht unter den Top Ten der Badehungrigen figurieren. Welches aber sind die Lieblingsdestinationen von Menschen, die ja selbst in einer Ferienregion wohnen? «Sehr beliebt sind dieses Jahr Mallorca und sicher wieder die Südtürkei», weiss Walser Georgy. Unterstützung findet sie bei Arnold: «Immer noch sehr beliebt sind die All-inclusive-Hotels in der Südtürkei, Mallorca und nach wie vor auch Griechenland.»
Apropos Griechenland: Erich Arnold, Inhaber von Zentrum-Reisen, Mels, bezeichnet die diesjährige Nachfrage noch Ferien in der Ägäis als «extrem stark». Natürlich gebe es in diesen Tagen auch immer wieder Anrufe von besorgten Griechenland-Reisenden, die fragten, wie sie sich, den drohenden «Grexit» vor Augen, verhalten sollten. «Ihnen raten wir in erster Linie dazu, genug Bargeld mitzunehmen, weil nicht abgeschätzt werden kann, wie sich die Situation der Banken in den nächsten Wochen entwickeln wird», führt der Reisefachmann aus.
Die tragischen Ereignisse in Tunesien, wo ein Islamist gezielt Touristen erschoss, haben hingegen für Zentrum-Reisen keine direkten Konsequenzen. «Die Nachfrage ist schon seit zwei Jahren nur noch minim gewesen», führt Arnold aus.

Neue Favoriten
Sieht man sich alte Filme aus den 1950er- und 1960er-Jahren an, wird deutlich, dass es gut betuchte Deutsche in den Sommerferien ins Tessin oder aber nach Italien zog. Seither hat sich einiges verändert. Ferien im Ausland sind nicht mehr länger ein Privileg der Reichen, sondern für viele Menschen erschwinglich geworden. Und die Sonne und die Leichtigkeit des Seins werden längst nicht mehr nur in Nachbarländern, sondern rund um den Globus genossen. Immer neue Destinationen haben auf den Markt gedrängt und machen den traditionellen Ferienorten den Platz an der Sonne streitig. Das bestätigen auch die beiden Expertinnen. «Sicher buchen heute viele Familien eher eine All-inclusive-Anlage in der Südtürkei als ein Hotel in Italien mit Halbpension, wo noch viele Nebenkosten dazukommen», weiss man im Reisebüro Tödi. Bei Zentrum-Reisen beobachtete man zudem, dass Portugal immer beliebter werde.

Individuelles Budget
Ferien, so heisst es, liessen sich Herr und Frau Schweizer gerne etwas kosten. Wie allen Verallgemeinerungen wohnt auch dieser ein Fragezeichen inne. Auf die Frage nämlich, ob man ungefähr beziffern könne, was eine vierköpfige Familie durchschnittlich für Reise und Hotel auszugeben bereit sei, verneinten die beiden angefragten Expertinnen. «Nein», tönte das bei Walser Georgy, «hier kommt es immer auf die Ansprüche, die gewählte Destination und die finanziellen Verhältnisse der Familie an.» – «Das ist vom individuellen Budget abhängig», erklärte auch Jeannine Arnold.


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