Dienstag, 14. Februar 2017 | 11:57

Marija Milunovic nach Serbien ausgeschafft

Nachdem Marija Milunovic am Montag in Ausschaffungshaft genommen worden war, wurde die 17-jährige, in Sargans wohnhafte Frau bereits am Dienstagvormittag nach Serbien ausgeflogen.

Hans Bärtsch

Die 17-Jährige Marija lebte seit knapp drei Jahren in der Schweiz und hatte sich hier bestens integriert. Zur Schule ging sie in Sargans, beim FC Balzers spielte sie Fussball. Im vergangenen Sommer hätte sie eine Lehrstelle als Fachfrau Gesundheit im Kantonsspital Glarus antreten sollen. Das ging allerdings nicht, weil der Aufenthaltsstatus Marijas nicht geklärt war.

Unterschriften nützten nichts

Klar war beziehungsweise ist dieser Status für das kantonale Migrationsamt. Denn durch alle Gerichtsinstanzen hindurch wurde bestätigt, dass die Mutter beim Nachzug ihrer Tochter Fristen versäumt hatte und Marija kein Aufenthaltsrecht hat. Daran änderten auch Tausende von Unterschriften nichts von Personen, die sich für ein Bleiberecht für die junge Frau aussprachen.

Erst am Montag hatte der Anwalt von Marija, Urs Bertschinger aus Buchs, die letzten, noch fehlenden Dokumente nach Liechtenstein geschickt. Es ging um eine Aufenthalts- bzw. Arbeitsbewilligung für eine Au-pair-Stelle für Marija, welche der jungen Frau in Balzers von einer Familie angeboten war.

Weil ein Entscheid in zwei bis drei Wochen zu erwarten sei, sei es umso unverständlicher, dass das Migrationsamt mit der Ausschaffung nicht zugewartet habe, sagte Bertschinger gegenüber dem «Sarganserländer».

Am Dienstag nun wurden vollendete Tatsachen geschaffen: Marija sass bereits am Vormittag in einem Flugzeug nach Serbien, wie das Onlineportal «FM1 Today» berichtete. Am Flughafen in Belgrad wurde sie von ihrem Vater abgeholt. Jenem Mann, der sie früher geschlagen haben soll und weswegen sie die Mutter in die Schweiz (nach Sargans) holte. Bei ihrem Vater wird sie aber nicht wohnen. Marija ging in einer Hotel, wie ihre Mutter gegenüber «Blick.ch» sagte.

*** Die jüngsten Entwicklungen im Fall Marija morgen Mittwoch im «Sarganserländer». ***


Weitere Artikel aus der gleichen Rubrik

Eine Flut von Steinpilzen

Noch vor einem Monat hiess es, die Dürreperiode schade der Pilzernte. Die Lage hat sich seither stark verbessert, und auch im Sarganserland wird fleissig in die Pilze gegangen.

Mehrheit von «sachlichen Argumenten» überzeugt

Die Melser Stimmbevölkerung stimmt dem Teilzonenplan Uptown mit 55 Prozent Ja-Stimmen zu. Gemeinderat und Bauherrschaft sind «sehr erfreut», das Referendumskomitee akzeptiert den Entscheid.

Beinahe ein Rad ab – und andere Gerichtsgeschichten

Das Kreisgericht in Mels öffnet morgen seine Pforten. So lässt sich jene Bühne aufsuchen, auf der sich über die Jahre so viele kleine und grosse Dramen abspielen, zuweilen auch Tragödien und manchmal Komödien. Ein Vorgeschmack.

Der Berg ruft – und behält viele, die seinem Schrei folgen

Ein herrlicher Sommer, wie es ihn nirgends zu verbringen schöner war und ist, als hoch oben in den Bergen. Doch das Gebirge fordert immer wieder Opfer. Dieses Jahr sogar erschreckend viele, wie eine aktuelle Statistik des Schweizer Alpen-Clubs zeigt.

«Da war es schon zu spät»

Der Glarner Schriftsteller Walter Hauser hat mit seinem Buch «Hoffen auf Aufklärung» Salz in zwei im Sarganserland nicht verheilte Wunden gestreut. Ob das Werk hilft, sechs Jahre alte Tötungsdelikte in Bad Ragaz und Vilters zu klären, ist offen. Bei der St.  Galler Staatsanwaltschaft sind die Fälle sistiert.

Nach Sturz bewusstlos

Am Dienstagvormittag (18. September) hat sich ein 56-jähriger Arbeiter in Sargans beim Sturz von einem Gerüst am Kopf verletzt. Er musste von der Rega ins Spital geflogen werden.