Donnerstag, 25. April 2019 | 23:26

Melser verwerfen Idee einer Gesamtplanung Dorfkern Ost

Mit 207 Nein- zu 161 Ja-Stimmen hat der Melser Souverän an der gestrigen Bürgerversammlung entschieden, dass der Gemeinderat die Planung rund um ein Gesamtprojekt Dorfkern Ost nicht weiterverfolgen soll. Der Idee einer Tiefgarage in dem Gebiet, der Jahresrechnung und der Begegnungszone wurde aber zugestimmt.

von Michael Kohler und Hans Bärtsch

Der Abend hatte für den Melser Gemeinderat so gut begonnen: Schon früh stellte sich heraus, dass die erste Knacknuss an der Bürgerversammlung der politischen Gemeinde Mels gar keine war. Die 402 anwesenden Stimmbürgerinnen und Stimmbürger stimmten dem Baukredit zur Projektierung einer Begegnungszone im Melser Dorfkern zu. Dies, nachdem der Gemeinderat Gutachten und Antrag zur Begegnungszone nochmals in aller Ausführlichkeit dargelegt hatte. Recht überraschend wurde der Baukredit für zwei Etappen in Höhe von 2,897 Millionen, respektive 1,09 Millionen Franken diskussionslos und mit grosser Mehrheit gutgeheissen.


Zuerst ein Nein, dann ein Ja
Nicht so in der Allgemeinen Umfrage, wo nach knapp dreieinhalb Stunden und mehreren engagierten Voten zum Thema Gesamtplanung Dorfkern Ost zur Abstimmung geschritten werden konnte. Diese hatte nur konsultativen, aber weitreichenden Charakter. 207 Stimmberechtigte sprachen sich gegen eine Gesamtplanung aus, 161 dafür. Diese Gesamtplanung hätte eine Tiefgarage und einen Altersheim-Neubau – anstelle der Sanierung des alten Altersheims in der Melibündte – bedeutet. Zur Frage, ob der Gemeinderat die Planung einer Tiefgarage im Dorfkern Ost an die Hand nehmen soll, sagten die Bürgerinnen und Bürger hingegen mit 218:155 Ja.

Vor diesen Abstimmungen hatten mehrere Redner zum Mikrofon gegriffen. Im Zentrum der Ausführungen standen Bedenken, dass ein Altersheim im Dorfkern mit einzelnen Gebäudeteilen viel teurer komme als eine Sanierung des Altersheims Melibündte. Auch wurde bezweifelt, ob die ruhige Lage in der Melibündte nicht idealer sei als im Zentrum, wo oft Rambazamba herrsche. Kantonsrat und Arzt Thomas Warzinek sprach sich für ein Ja zur Gesamtplanung aus, äusserte aber aus betrieblichen Gründen seine Skepsis zu einem Altersheim im Zentrum. Das Votum von SP-Vertreter Christopher Garn, die sich bietende Chance für eine Gesamtplanung zu nutzen und zu einzelnen Projekten allenfalls später Nein zu sagen, erhielt zwar starken Applaus, verfing aber dennoch nicht. Man nimmt der nun anstehenden Analyse der Abstimmungsresultate zum Dorfkern Ost durch den Gemeinderat wohl nicht zu viel vorweg, wenn man konstatiert, dass eine Gesamtplanung an der Altersheimfrage gescheitert ist. Das ist für den Gemeinderat umso bitterer, als der Kauf mehrer Liegenschaften an zentraler Lage zustandegekommen ist. Gegen das 3,45-Millionen-Franken-Geschäft wurde das Referendum nicht ergriffen.


Einstimmig bei der Rechnung
In der Hitze des Gefechts fast vernachlässigbar ist die Abwicklung der laufenden Rechnungen von Gemeinde und EW über die Bühne gegangen. Gemeindepräsident Guido Fischer stellte die zufriedenstellenden Zahlen der politischen Gemeinde vor, die Jahresrechnung 2018 schliesst mit einem Ertragsüberschuss von 2,5 Millionen Franken nach zusätzlichen Abschreibungen von zwei Millionen Franken ab. Budgetiert war ursprünglich ein Gewinn von 1,73 Millionen Franken. Auch das EW Mels darf mit einem Jahresgewinn von 1,3 Millionen Franken eine Besserstellung gegenüber dem Budget 2018 präsentieren. Und das bei Nettoinvestitionen von nicht weniger als 17,72 Millionen Franken, hielt Gemeinderat Thomas Good, Ressortleiter EW, fest. Entsprechend einstimmig hiess der Souverän die beiden Rechungen gut.

Ein Gutes hatte die in der Ära Fischer wohl noch nie dagewesene Zahl Stimmbürgerinnen und Stimmbürger: Sie verliehen der Versammlung den gewünschten Rahmen, um sich gebührend von Simon Buner zu verabschieden, der per 1. Juni als Gemeinderat zurücktreten wird.


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