Mittwoch, 19. Juni 2019 | 20:40

Neue Besitzverhältnisse und neuer Chef für den Sommer

Wichtiger Schritt für die Marina Walensee AG in Unterterzen: Hotel/Restaurant und der Hafen sind nun im Eigentum des Unternehmens. In einem Teilzeitpensum soll der Betrieb der wunderschön gelegenen Anlage von Daniel Grünenfelder (bisher CEO Tamina Therme in Bad Ragaz) weiter aufgebaut werden.

Hans Bärtsch

 

Im März, als Daniel Grünenfelder seinen Abschied vom CEO-Posten der Tamina Therme in Bad Ragaz bekannt gab, hat der «Sarganserländer» gewerweisst, ob es den Wangser eventuell zum Resort Marina Walensee ziehen würde. Jetzt ist klar: Es ist tatsächlich so, zumindest temporär und in einem Teilzeitpensum. Der 45-Jährige übernimmt die Geschicke von einem der schönstgelegenen Hotel/Restaurant-Betriebe im Sarganserland, vorerst aber nur über den Sommer. Bis Ende Juli ist er offiziell noch Chef der Tamina Therme.
Guido Mätzler und Heini Michel, Vertreter des Verwaltungsrats der Marina Walensee AG, zeigten sich gestern sehr erfreut, Grünenfelder für diese Aufgabe kurzfristig gewonnen zu haben. Er habe es beim Aufbau und Betrieb der Tamina Therme des Grand Resorts verstanden, auf Kundenbedürfnisse einzugehen und dabei dennoch kostenbewusst zu wirtschaften. Beim Resort Marina Walensee soll nun nicht alles auf den Kopf gestellt werden. Vielmehr soll der neue Verantwortliche Erfahrungen sammeln mit dem, was bisher aufgebaut wurde, und den Betrieb dann optimieren. Für Grünenfelder selber ist das ebenfalls eine klare Sache. Er nennt es «Wünsche abholen», und zwar seitens der Einheimischen wie der Gäste von auswärts – mit der S-Bahn ist das Resort von Zürich aus nur einen Katzensprung entfernt. «Ich freue mich sehr auf die Aufgabe», so Grünenfelder, zumal es sich beim Resort Marina Walensee «um eine sensationelle Location handelt».

Freude und Erleichterung
Sensationell war nicht viel in der wechselvollen Geschichte des einst von Holländern erbauten Resorts, das zum Grossteil aus Eigentums-Wohneinheiten besteht. Seit Montag hat die Geschichte eine weitere Wende genommen – eine Wende zum Guten. Denn aus dem immer noch nicht abgeschlossenen Konkurs heraus konnte die Marina Walensee AG die Hotelliegenschaft (mit Restaurant) und den Hafen erwerben. Sechs Wohneinheiten wurden schon zuvor übernommen. Der Kauf des Gebäudes mit der Rezeption folgt demnächst. «Wir sind jetzt die Eigentümer», so VR-Präsident Mätzler mit einer gewissen Erleichterung, vor allem aber einer grossen Freude, auf dieser Grundlage den Aufbau des Resorts nun mit Vollgas an die Hand nehmen zu können.
Was nicht in die Marina Walensee AG eingegliedert wird, ist der Wellnessbereich des Resorts. Dieser wird von einheimischen Investoren mit Kurt Walser an der Spitze übernommen. Dafür wurde eigens eine AG gegründet, die Wawag Immo AG. Was Walser und Mit-Investoren im Sinn haben mit jener Liegenschaft, ist noch offen. Eigentumswohnungen sind eine Möglichkeit. Jedenfalls handle es sich bei den Leuten hinter der Wawag um Eigentümer, die im Sinn des Resorts, der Region und der Bergbahnen Flumserberg handeln würden. Warum dieser Bereich nicht auch gleich mit erworben wurde, erklärt Mätzler damit, dass man sich bei der Marina Walensee AG nicht verzetteln wolle und bereits jetzt schon mehr als genug Aufgaben habe.

Von Synergien profitieren
Stichwort Bergbahnen Flumserberg: Diese bemühen sich seit drei Jahren, im Resort eine für die Region passende Lösung zu finden. Das direkt bei der Lufag-Talstation gelegene Resort bringt den Bergbahnen vor allem im Winter dringend benötigte Betten. Das Marina Walensee kann von Synergien mit den Bergbahnen betreffend Administration (Finanzbuchhaltung, Personalwesen) und auch Marketing profitieren. Mit den neuen Eigentumsverhältnissen, so Bergbahnchef Michel, habe das Marina Walensee nun eine ganz andere Ausgangslage. Mit dem Tour-de-Suisse-Tross diese Woche, aber auch über den Sommer sei das Hotel mit seinen mehr als 100 Betten schon jetzt sehr gut gebucht.

 


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