Donnerstag, 9. Juli 2020 | 13:14

Pascale Dürr: «Artikel auf 'Blick online' stellt Sachverhalt falsch dar»

Die Stadtner Schulratspräsidentin Pascale Dürr hat am Donnerstag Mittag schriftlich Stellung zu den Online-Berichterstattungen rund um ein Abschlussfest einer Stadtner Oberstufenschulklasse bezogen. Die Artikel basieren auf einem offenen Brief von Eltern, deren Kinder an dem Fest teilgenommen hatten. Darin wird ausgeführt, Dürr habe den Jugendlichen harten Alkohol zur Verfügung gestellt. Nach dem «Blick» berichtete auch der «Sarganserländer» am Mittwoch Abend online. Am Donnerstag nahmen zahlreiche weitere nationale Medienportale das Thema mit Verweis auf «Blick online» auf. Dürr wies am Donnerstag Mittag insbesondere die Darstellung von «Blick online» als falsch zurück. Weder habe sie das Fest organisiert, noch sei sie eine Aufsichtspflicht eingegangen, schreibt Dürr. Falsch sei auch, dass sie den Jugendlichen den Alkohol in einer Kiste überreicht habe. Auch gebe es keine Hinweise für ein stattgefundenes «Saufgelage», so Dürr. Der «Sarganserländer» publiziert die schriftliche Stellungnahme der Stadtner Schulratspräsidentin nachfolgend im Originalwortlaut.

von Reto Vincenz

Die «Stellungnahme zum Blick-Bericht über die Abschlussfeier der Sekundarklasse 3S» von Pascale Dürr im Originalwortlaut:

Richtig ist, dass am 3. Juli 2020 die Abschlussfeier der Schüler der Sekundarschulklasse 3S stattfand, welche - vor dem Einstieg ins Berufsleben - die Beendigung ihrer Schulzeit miteinander feierten.

Falsch ist bereits die Überschrift im «Blick»-Artikel, dass ich diese Abschlussfeier organisiert hätte. Als Mutter einer Schülerin habe ich lediglich die Hütte gemietet, da die Schüler noch nicht geschäftsfähig sind. Bei der Feier selbst handelte es sich um einen von den Schülern selbst organisierten, freiwilligen, privaten Anlass, der nichts mit meiner Funktion als Schulratspräsidentin zu tun hat. Eine Aufsichtsfunktion wurde dadurch von mir in keiner Weise übernommen, meines Wissens auch nicht von anderen Eltern.

Der «Blick»-Artikel basiert ausschliesslich auf den Ausführungen in einem Rundschreiben der Eltern zweier Schülerinnen, die selbst keinen Alkohol tranken, die jedoch offenbar am Alkoholkonsum anderer Mitschüler Anstoss nahmen. Ich selbst stand im Kontakt mit meiner Tochter, welche die Wahrnehmungen der beiden Schülerinnen betreffend Alkoholexzesse nicht bestätigt. Das gilt auch für die übrigen 19 Mitschüler und deren Eltern.

Falsch ist weiter die Darstellung im «Blick»-Artikel, der es nicht für nötig befand, meine für heute (Anmerkung der Redaktion: gemeint ist Donnerstag, 9. Juli) zugesagte Stellungnahme abzuwarten, dass der Schnaps den Jugendlichen von mir «in einer Kiste überreicht» worden sein soll. Woher der «Blick» oder die Eltern der beiden Schülerinnen diese Information haben wollen, ist unerfindlich. Das Foto von der besagten Kiste stammt aus unserem Haus. Sie wurde im Hinblick auf die Geburtstagsfeier eines Freundes eingekauft. In diesem Zusammenhang wurde ich von meiner Tochter und einigen ihrer Mitschüler gebeten, ihnen einige Flaschen zu überlassen. Es trifft zu, dass ich ihnen dies nicht untersagt habe, was ich im Nachhinein sehr bedaure.

Ich bin nicht über alle Einzelheiten der Abschlussfeier informiert, da ich den Anlass, wie eingangs erwähnt, weder organisiert habe noch mit deren Beaufsichtigung betraut war. Anhaltspunkte für ein vom «Blick» behauptetes «Saufgelage» liegen allerdings nicht vor. Im Rundschreiben der Eltern der beiden Schülerinnen musste denn auch eingeräumt werden, «dass keinem der Jugendlichen etwas passiert ist und alle gesund nach Hause gekommen» sind. Das erstaunt angesichts folgender Tatsachen nicht:

Gemäss der Vermieterin wurde die Nachtruhe um 22.00 Uhr (!!) vorbildlich eingehalten. Es gab keine Lärmklagen. Das Mietobjekt wurde am nächsten Morgen um 10.30 Uhr von gesunden Jugendlichen sauber geputzt und in einwandfreiem Zustand zurückgegeben. Dementsprechend wurde das Depot von der Vermieterin vollumfänglich zurückerstattet. Diese objektiven Tatsachen stehen in klarem Gegensatz zu dem vom «Blick» verbreiteten Stimmungsbild.

Realistischerweise wurde im Rundschreiben der beiden Eltern auch zugestanden, dass ihnen bewusst sei, dass an einem Abschluss der 3. Oberstufe Alkohol getrunken wird. Insofern dürfte es sich um eine Abschlussfeier gehandelt haben, die sich wenig von anderen derartigen Abschlussfeiern unterscheidet.

 

Link zum «Sarganserländer»-Artikel vom Mittwoch Abend.

https://www.sarganserlaender.ch/rubriken/region/stadtner-schulratspr%C3%A4sidentin-nach-schulschlussfest-in-der-kritik/

 

Quellenlink zum «Blick»-Artikel vom Mittwoch Abend. Für den Inhalt des nachfolgend verlinkten Textes ist die Redaktion von «Blick online» verantwortlich.

https://www.blick.ch/news/schweiz/ostschweiz/27-flaschen-schnaps-fuer-21-schueler-aus-walenstadt-sg-schulpraesidentin-organisiert-saufgelage-fuer-minderjaehrige-die-abschuss-klasse-id15979046.html


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