Dienstag, 27. Februar 2018 | 21:29

«Piz Sardona» fliesst ab April

Die Mineralquellen Mels AG wird die Produktion von Mineralwasser aus der Melser Castelsquelle schon im April wieder aufnehmen. Dies, nachdem sie im vergangenen Jahr die Konzessionen für die Mineralwasserquelle erhalten hat. Das Mineral wird unter der Marke «Piz Sardona» lanciert und in der Region distribuiert werden.

von Michael Kohler

Die Geschichte rund um das in Mels hergestellte Mineralwasser ist mittlerweile so lang wie bewegt und im Sarganserland hinreichend bekannt. Nun will die 2016 gegründete Mineralquellen Mels AG einen Schlusspunkt unter das Geschehene setzen und ein neues Kapitel aufschlagen. Ein weit erfreulicheres. Schon im April soll nämlich die Produktion eines neuen Mineralwassers beginnen. Lanciert wird es unter der Marke «Piz Sardona».

Montagearbeiten laufen

Wie Malte Mack, Geschäftsführer der Mineralquellen Mels AG, auf Anfrage bestätigt, habe das Start-up-Unternehmen unter dem Liechtensteiner Verwaltungsratspräsidenten Daniel Vogt im vergangenen Jahr die Konzessionen für die Mineralwasserquelle in Mels erhalten. Auch die Arbeiten im Bezug auf die Peripherie in der Abfüllung seien weitgehend fertiggestellt. «Der Grossteil der Aggregate für die Abfüllanlage wurde geliefert und wird im Moment montiert», so Mack.

Seit vergangener Woche schmückt das Logo der Mineralquellen Mels AG das Produktionsgebäude an der Melserbrunnenstrasse. Es soll ein Zeichen für den Startschuss sein, der für «Piz Sardona» nun definitiv gefallen ist. «Das vergangene Jahr haben wir genutzt, um unsere Vorbereitungen zu treffen und den ersten Teil unserer Hausaufgaben zu erledigen», berichtet der Geschäftsführer der Mineralquellen Mels AG. «Dass wir das sehr gute Wasser aus unserer Region bald wieder nutzen und unter die Leute bringen dürfen, erfüllt uns mit Freude.»

Aus der Region, für die Region

Mit dem Vertrieb des neuen Produkts wollen die Investoren vorerst in der Region beginnen und ihn schliesslich zu gegebener Zeit ausbauen. «Wasser ist eine sehr wertvolle Ressource und wir wollen verantwortungsvoll mit ihr umgehen. Das sehr gute Mineralwasser aus der Castelsquelle wollen wir in unserer Region vertreiben und Schritt für Schritt die Distribution ausbauen», erklärt Mack. «Wir sind der Überzeugung, dass primär das Wasser aus der Region auch in der Region konsumiert werden sollte.»

Erhältlich soll das neue Getränk ab Anfang Mai sein, allerdings nicht etwa in Einkaufsläden und bei Grossverteilern. «Unsere Marke ‘Piz Sardona’ zielt auf den Ho-Re-Ca-Kanal (Hotellerie/Restaurant/Catering) und wird insbesondere über die Getränkegrossisten und -depositäre distribuiert», erklärt Mack. Will heissen, dass das neue Mineralwasser – zumindest vorerst – ausschliesslich in lokalen Gastronomien und bei deren Lieferanten erhältlich sein wird. Ab Anfang Mai könne das Mineralwasser zudem jeden Freitagnachmittag ab Rampe vor Ort in Mels gekauft werden. Der Rampenverkauf soll die Greifbarkeit und die Bodenständigkeit des Unternehmens unterstreichen.

Was aber hat das «Piz Sardona», was seine Vorgänger nicht hatten, um ein ähnliches Geschäftsende möglichst zu vermeiden? «Wir sind der Meinung, dass wir ein gutes Konzept entwickelt haben, und wir verfügen über gute Netzwerke in der Distribution», antwortet der Geschäftsführer. Auch passe das Unternehmen seine Kapazitäten an den Verkauf an, wie das bei Start-up-Unternehmen üblich sei. «Wir werden zwar eine neue und sehr moderne Abfüllung haben, aber die Abfüllkapazität ist auf die Verkaufsmengen der ersten zwei bis drei Jahre ausgerichtet.» Damit würden die Betriebskosten überschaubar gehalten. «Wie jedes Jungunternehmen fangen wir klein an, werden aber mit vollem Engagement daran arbeiten, den Aufbau der Distribution voranzubringen.» 

Der Markteintritt werde nicht einfach werden, ist sich Mack bewusst. «Dennoch wollen wir mit Herzblut und Engagement dem Umstand entgegenwirken, dass in der Schweiz – der Wasserhochburg Europas – 42 Prozent des Mineralwassers importiert sind.» Das sei ja so, wie wenn man Bier nach München tragen wolle, vergleicht der Geschäftsführer.

Gemeinde unterstützt Vorhaben

«Der Gemeinderat Mels freut sich sehr, dass die Grundwasserfassung, die sich im Eigentum der Gemeinde befindet, und die Leitungen wiederum für die Mineralwasserabfüllung genutzt werden», erklärt Guido Fischer, Gemeindepräsident von Mels. Die Zusammenarbeit mit der Mineralquellen Mels AG bezeichnet Fischer als zielgerichtet und konstruktiv. 

 


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