Donnerstag, 31. Mai 2018 | 09:40

Spital Walenstadt droht das Aus als Akutspital

Geht es nach dem Willen des Verwaltungsrates der Spitalverbunde, soll es künftig im Kanton St. Gallen lediglich noch vier Spitäler mit einer stationären Leistungserbringung geben. In der Spitalregion Rheintal Werdenberg Sarganserland wäre das Grabs, dazu kämen das Kantonsspital St. Gallen und die Spitäler in Uznach und Wil. In Walenstadt gäbe es kein Akutspital mehr.

von Reto Vincenz

Der Verwaltungsrat der Spitalverbunde hat unter dem wachsenden Kostendruck ein entsprechendes Massnahmenpaket ausgearbeitet und dieses der Regierung vorgestellt. Heute Donnerstag Morgen (31. Mai) haben Regierung und Verwaltungsrat in je einer Medienmitteilung über die Vorschläge informiert. Die Zukunft des Spitales Walenstadt ist damit völlig ungewiss. Wie es in der Mitteilung des Verwaltungsrates heisst, soll das Leistungsangebot an den fünf betroffenen Spitälern (Altstätten, Walenstadt, Wattwil, Flawil und Rorschach) neu konzipiert werden. Die Rede ist von einer «ambulanten Gesundheitsversorgung in Kooperation mit niedergelassenen Ärzten», oder, dass die Häuser «teilweise einer anderen Nutzung zugeführt werden» sollen.

Regierung setzt Lenkungsausschuss ein

Die Regierung äussert in ihrer Mitteilung grundsätzlich Verständnis für die Vorschläge des Verwaltungsrates der Spitalverbunde. Sie anerkenne die schwierige finanzielle Situation und sehe den Handlungsbedarf. Ob sie das Massnahmenpaket unterstützt, lässt sie aber offen. Gemäss Regierung reichten die jetzt vorhandenen Grundlagen nicht aus, um einen Entscheid zur Strategieentwicklung zu fällen. Deshalb will sie zuerst mehrere Aspekte aus gesamtkantonaler Sicht vertieft prüfen.

Dabei soll die unternehmerische Sicht mit einer gesundheitspolitischen und finanzpolitischen Sicht zusammengeführt werden. Zu diesem Zweck setzt die Regierung einen Lenkungsausschuss ein. Dieser Übernehme die Leitung des Projektes zur Strategieentwicklung. Ziel sei es, einen Lösungsvorschlag zu erarbeiten, der der «Bevölkerung im ganzen Kanton einen qualitativ gute Gesundheitsversorgung garantiere un dem Spitalverbund unternehmerische Sicherheit bieten.» Der Ausschuss besteht aus zwei Mitglieder des Verwaltungsrates der Spitalverbunde und drei Regierungsräten, darunter die Stadtner Gesundheitsministerin Heidi Hanselmann.

 

 

Der Stadtner Gemeinderatspräsident Angelo Umberg sagte in einer ersten Stellungnahme gegenüber dem «Sarganserländer», dass der Gemeinderat sich im Rahmen seiner Möglichkeiten für den Spitalstandort Walenstadt einsetzen werde. Die rund 350 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Spitals lägen ihm sehr am Herzen. Das Spital trage zur Standortattraktivität bei und sei ein wesentlicher Faktor.

Festhalten will Umberg an der Abstimmung am 10. Juni, bei der es um die Zukunft des Altersheims Riva gehen wird. Die Gemeinde plant den Bau eines neuen Alterszentrum in unmittelarer Nähe des Spitals. In diesem Zusammenhang wurde immer betont, dass zwischen den zwei Einrichtungen Synergien genutzt werden könnten. Gemäss Umberg habe man aber auch einen «Plan B», welcher ein Betrieb des Zentrums ohne Spital vorsehe. Das Projekt mache auch dann absolut Sinn, wenn das Worst-Case-Szenario eintreffen und das Spital schliessen sollte, so Umberg.


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