Dienstag, 25. Juni 2019 | 21:56

Tierisch gute Bedingungen

Auch das Sarganserland fällt in das Risikogebiet, das von der nicht zu unterschätzenden Zeckenkrankheit Frühsommer-Meningoenzephalitis gefährdet ist. Es gibt aber Möglichkeiten, sich davor zu schützen – auch im Sommer ist es noch nicht zu spät für eine Impfung.

von Nadine Bantli

Bereits im März hat die bis im Oktober anhaltende Zeckensaison wieder begonnen, und damit steigt das Risiko, sich mit der Früh­som­mer-Meningoenzephalitits (FSME) zu infizieren. Die Übertragung dieser Infektionskrankheit erfolgt durch den Stich einer befallenen Zecke, rund ein Prozent der Tiere in einer Naturherde tragen das FSME-Virus in sich. Zecken leben vor allem in Laubwäldern mit üppigem Unterholz und kommen in der ganzen Schweiz bis auf eine Höhe von rund 2000 Meter über Meer vor.


Starke Schwankungen
Die Anzahl FSME-Fälle schwankt schweizweit zwischen 100 und 250 pro Jahr, allerdings ist ein deutlicher Anstieg zu verzeichnen. Die Ursachen dafür sind vielfältig: günstige klimatische Bedingungen für die Zecken und Wetter, das die Menschen nach draussen lockt. Die Fallzahlen werden vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) im obligatorischen Meldesystem für Infektionskrankheiten überwacht. Auffällig sind auch die grossen Schwankungen der Zahlen innerhalb einer Saison wie auch im Vergleich zu anderen Saisons. In diesem Jahr wurden bis Ende Mai 31 Fälle registriert, darunter einer in Bad Ragaz. Das Sarganserland gilt wie die gesamte Schweiz – mit Ausnahme der beiden Kantone Tessin und Genf – als FSME-Risikogebiet.


Gefährliche Zeckenbisse
Wird man von einer infizierten Zecke gebissen, dauert es rund sieben bis 14 Tage, bis es zu einer ersten Krankheitsphase mit grippeartigen Symptomen kommen kann. Bei den meisten Betroffenen ist damit die Erkrankung auch wieder beendet, sie sind anschliessend wahrscheinlich lebenslang gegen FSME immun. Bei rund fünf bis 15 Prozent der infizierten Personen kann es aber zu einer Hirnhautentzündung kommen, die auch auf das Gehirn übergreifen und Symptome wie Kopfschmerzen, Gehstörungen oder sogar Lähmungen auslösen kann.

Tödlich verläuft die Krankheit bei rund einem Prozent der Fälle mit neu­ro­logischen Symptomen. Da eine ursächliche Behandlung der FSME nicht möglich ist, ist Prävention umso wichtiger und sinnvoller.


Impfen leicht gemacht
Prävention heisst vor allem eines: Impfen. Und dafür muss man nicht mehr un­bedingt einen Termin beim Hausarzt vereinbaren – mittlerweile bieten auch Apotheken die FSME- wie auch die Grippe-Impfung und entsprechende Beratung an.

Im Sarganserland sind es bislang zwei Apotheken, in denen man sich ohne Voranmeldung impfen lassen kann. Die Swidro Apotheke Drogerie in Walenstadt verzeichnet laut Apothekerin und Geschäftsleiterin Sandra Vorburger zwar eine steigende Nachfrage, sie merkt aber auch an, dass das Angebot immer noch relativ jung sei.

Einen merklichen Unterschied spürt die Kündig Apotheke und Parfümerie in Bad Ragaz. «Wir können mindestens eine Verdoppelung der Impfungen verglichen mit dem Vorjahr, wo auch wir in der Startphase waren, feststellen», so Apotheker und Inhaber Ruedi Kündig. Auffällig sei vor allem, dass sich die ersten Patienten in diesem Jahr bereits im Februar impfen liessen. Kündig erklärt, dass die erste der drei Injektionen der FSME-Impfung schon entweder in den Wintermonaten November und Dezember verabreicht wird, oder dann in den Sommermonaten – hierbei sei aber die Zeitspanne zwischen der ersten und zweiten Impfung wesentlich kürzer.

Wirkungsvoll gegen Zecken schützen
Zecken übertragen Erreger und verursachen so Krankheiten wie die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME). Geschlossene Kleidung, geschlossene Schuhe und Vergrämungsmittel reduzieren das Risiko, an einer Infektion zu erkranken. Für die FSME gibt es keine spezifische Behandlung. Leuten, die sich wirksam schützen wollen, wird die Imfpung empfohlen. Die Kosten für den Impfstoff übernimmt die Grundversicherung, der Impfvorgang beim Apotheker oder Arzt wird von den Patienten selbst bezahlt. (pd/nb)


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