Freitag, 20. Juli 2018 | 15:23

Trockenheit bedroht Gewässer und Wälder – Feuerverbote bei Walensee-Gemeinden

Die anhaltende Trockenheit hat die Waldbrandgefahr im Kanton St.Gallen verschärft. Unter dem momentanen Wetter leiden auch Klein- und Fliessgewässer, die teilweise aufgrund der niedrigen Wasserpegel und hohen Wassertemperaturen abgefischt werden müssen. Im Hinblick auf eine drohende Wasserknappheit und den Nationalfeiertag hat der Kantonale Führungsstab am Freitag eine ausserordentliche Sitzung einberufen, wie es in einer Medienmitteilung heisst.

Vertreter von Wald, Umwelt, Wasser, Energie, Landwirtschaft und Feuerwehr haben sich am Freitag Morgen zu einer ausserordentlichen Sitzung des Kantonalen Führungsstabes getroffen. Thematisiert wurde nebst der anhaltenden Trockenheit und Wasserknappheit auch das Gefahrenpotenzial von Feuerwerk am 1. August. Die Fachstellen und der Führungsstab beurteilen die Situation laufend und werden am Montag, 23. Juli eine nächste Lagebeurteilung vornehmen.

Waldbrandgefahr nimmt zu

Vor allem im südlichen Teil des Kantons hat sich die Situation in den vergangenen Wochen und Tagen zugespitzt. Nach dem bereits der Kanton Graubünden in weiten Teilen ein Feuerverbot erlassen hat, muss nun auch der Kanton St.Gallen ein solches in Erwägung ziehen. «Ob nun ein Verbot in Wald und Waldesnähe, ein Feuerwerksverbot oder ein flächendeckendes Feuerverbot erlassen wird, können wir erst nach dem Wochenende entscheiden", sagt Felice Crottogini vom Kantonsforstamt. Ein allfälliges Verbot würde durch das Sicherheits- und Justizdepartement verfügt. Felice Crottogini empfiehlt bereits jetzt im Wald oder in Waldesnähe kein offenes Feuer zu entfachen.

Feuerverbote in Amden und Weesen

Einzelne Gemeinden haben in den vergangenen Tagen bereits selbst Massnahmen ergriffen und auf kommunaler Ebene Feuerverbote erlassen. So gilt in den Gemeinden Amden und Weesen bereits jetzt ein generelles Feuerverbot.

Wasserpegel sinken weiter

In weiten Teilen des Kantons sind die Wasserstände der Fliessgewässer und die Grundwasserstände so tief wie seit Jahren nicht mehr. Mehrere kleine Bäche sind ausgetrocknet und mussten abgefischt werden. «Das heisse trockene Wetter hat diese Woche die Lage weiter verschärft», so Silja Kempf vom Amt für Wasser und Energie (AWE). «Momentan zeichnet sich ab, dass der Wasserbezug aus kleinen Oberflächengewässern sowie der Gemeingebrauch mittels Verfügung oder Allgemeinverfügung eingeschränkt werden müssen». Ähnlich hat bereits der Kanton Thurgau entschieden. Allgemein empfiehlt das AWE, sparsam mit der Ressource Wasser umzugehen. Privaten wird daher geraten, derzeit nicht unnötigerweise Pools zu füllen, Autos zu waschen oder Rasen und Gärten zu bewässern.

Keine Besserung in Sicht

Für das Wochenende hat Meteo Schweiz Niederschläge angekündigt. «Die dürften aber für eine Entschärfung der Situation kaum reichen», so Urs Arnold vom AWE. «Für eine weitgehende Normalisierung der Lage sind langandauernde Regenfälle notwendig». Seit Jahresbeginn fehlen im Durchschnitt rund 150 Millimeter Regen.


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