Donnerstag, 23. Januar 2020 | 10:41

Verwaltungsrat der Spitalverbunde nennt für Spital Walenstadt tiefrote Zahlen

Der Verwaltungsrat der St.Galler Spitalverbunde unterstützt die Regierungsvorlage zur Spitalstrategie mit vier Mehrspartenspitälern und fünf Notfallzentren, wie er am Donnerstag Vormittag mitteilt. Erstmals nennt der Verwaltungsrat in seiner Mitteilung Zahlen zu den einzelnen Spitalstandorten. Demnach hätte das Spital Walentadt in den Jahren 2016 bis 2018 über zwölf Millionen Franken Verlust gemacht. In einer ersten Reaktion wiesen mehrere Sarganserländer Kantonsräte von SVP, CVP und SP gegenüber der Redaktion darauf hin, dass die Zahlen für Walenstadt auch im Kontext des in den letzten Jahren betriebenen Leistungsabbaus am Spital Walenstadt zu sehen seien.

von Reto Vincenz

Die FDP St. Gallen mit Fraktionspräsident Beat Tinner an der Spitze reagierte derweil bereits mit einer Medienmitteilung und wies darauf hin, dass «die erschreckend rasante Abwärtsspirale im Spitalverbund 2 (Spitalregion Rheintal-Werdenberg-Sarganserland) darauf hindeutet, dass bald weitere Notkredite nötig seien – noch bevor die neue Spitalstrategie überhaupt umgesetzt werde», so die FDP.

 

Hoher Handlungsdruck

 

Wie der Verwaltungsrat in seiner Mitteilung ausführt, sei der Handlungsdruck hoch. «Dhne strategisch-strukturelle Massnahmen droht ein Fiasko der Gesundheitsversorgung mit hohen Verlusten», heisst es in einer Mitteilung des Verwaltungsrates weiter. Er habe die Situation der St.Galler Spitäler gründlich überprüft und alle vorhandenen Fakten analysiert. Grund dieser sorgfältigen Analyse sei nebst fachlich-medizinischen Entwicklungen nicht zuletzt auch das drohende strukturelle Defizit von jährlich 70 Mio. Franken gewesen. Der Verwaltungsrat betont in seiner Stellungnahme denn auch, dass die Vernehmlassungsvorlage der Regierung die nachhaltige Grundversorgung in der geforderten Qualität und Sicherheit gewährleistet.

 

«Die vorliegende Variante der Regierung deckt sich grösstenteils mit den eigenen Vorschlägen.» Die von der Regierung zum «4plus5»-Konzept erweiterte Idee bilde die notwendige Grundlage für die stete Weiterentwicklung der Gesundheitsversorgung und sei eine wichtige Voraussetzung für mögliche Zusammenarbeitsmodelle über die Kantonsgrenzen hinweg. «Das Konzept – ergänzt mit Betriebsoptimierungen und einer Erhöhung der Gemeinwirtschaftlichen Leistungen (GWL) – sichert die zukunftsfähige kantonale Gesundheitsversorgung», schreibt der Rat dazu. Weiter weist der Verwaltungsrat darauf hin, dass auch für das Jahr 2019 und darüber hinaus negative Zahlen und jeweils ein jährlich strukturelles Defizit von bis zu 70 Millionen Franken zu erwarten sei.

 

 

 

Anmerkung der Redaktion: Ein ausführlicher Bericht mit regionalen Reaktionen zu den kommunizierten Zahlen aus Walenstadt folgt in der gedruckten Ausgabe von morgen Freitag.


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