Mittwoch, 16. September 2020 | 12:00

Arbeiten an der Stilllegung des AKW Mühleberg auf Kurs

Rund neun Monate nach der Abschaltung ist das Atomkraftwerk Mühleberg definitiv "ausser Betrieb". Die Betriebsbewilligung ist erloschen.

Rund neun Monate nach der Abschaltung ist das Atomkraftwerk Mühleberg definitiv "ausser Betrieb". Die Betriebsbewilligung ist erloschen.

Das Atomkraftwerk habe alle Voraussetzungen für die endgültige Ausserbetriebnahme sowie für den Übergang in die erste Stilllegungsphase erfüllt, teilte der Energiekonzern BKW am Mittwoch mit. Zuvor prüfte das Eidgenössische Nuklearsicherheitsinspektorat ENSI die eingereichten Unterlagen und führte eine Inspektion im Werk Mühleberg durch.

In den letzten Monaten wurden im Reaktorgebäude Massnahmen zur Einrichtung einer unabhängigen Kühlung des Brennelementebeckens sowie weitere Arbeiten vorangetrieben.

So wurden beispielsweise die Steuerstäbe, mit denen während des Betriebs die Leistung des Reaktors gesteuert wurde, sowie deren Antriebe ausgebaut. Weiter ist derzeit der Aufbau von Einrichtungen im Gang, mit deren Hilfe später die Kernbauten im Reaktorinnern zerlegt werden. Dies erfordert hochspezialisierte Fachkräfte und Geräte.

Im Maschinenhaus wurden unter anderem die Turbinen ausgebaut und in eine Spezialfirma nach Schweden gebracht, wo sie eingeschmolzen werden. Die Firma trennt dabei radioaktiven Abfall von wiederverwertbarem Stahl.

In Mühleberg wird erstmals in der Schweiz ein Leistungsreaktor stillgelegt und zurückgebaut. Am 20. Dezember vergangenen Jahres wurde der Reaktor vom Netz genommen. Die Stilllegung dauert insgesamt rund 15 Jahre. Die Kosten werden mit rund drei Milliarden Franken veranschlagt.


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