Freitag, 11. Januar 2019 | 07:30

Staatsanwaltschaft erhebt neue Vorwürfe gegen Ex-Nissan-Chef Ghosn

Die japanische Staatsanwaltschaft hat neue Vorwürfe gegen den Ex-Nissan-Chef Carlos Ghosn erhoben. Der Automanager muss sich wegen Vertrauensmissbrauchs und zu niedriger Angaben seines Einkommens zwischen 2015 und 2018 verantworten.

Die japanische Staatsanwaltschaft hat neue Vorwürfe gegen den Ex-Nissan-Chef Carlos Ghosn erhoben. Der Automanager muss sich wegen Vertrauensmissbrauchs und zu niedriger Angaben seines Einkommens zwischen 2015 und 2018 verantworten.

Das teilte das zuständige Gericht in Tokio am Freitag mit. Ghosns Anwälte erklärten kurz darauf, eine Freilassung Ghosns auf Kaution fordern zu wollen.

Ghosn hat sich derweil von einem Fieber erholt. Das gab sein Anwalt am Freitag bekannt. Bis zu dem Tag hatte ein Gericht seine bereits mehr als 50 Tage andauernde Inhaftierung verlängert. Doch ob der 64-Jährige auf Kaution aus der Haft kommt, ist ungewiss.

Ghosn war zu Wochenbeginn erstmals seit seiner Festnahme am 19. November wegen Verdachts auf Verstoss gegen Börsenauflagen vor Gericht erschienen und beteuerte seine Unschuld. Seine Anwälte hielten es für möglich, dass Ghosn noch für mindestens sechs weitere Monate in Haft bleiben könnte, bis sein Prozess beginnt. Einen Termin gibt es noch nicht.

Die Staatsanwaltschaft beschuldigt Ghosn, jahrelang Einkommen viel zu niedrig angegeben zu haben. Ihm wird zudem vorgeworfen, Verluste aus Devisenabsicherungsgeschäften während der globalen Finanzkrise 2008/2009 auf Nissan übertragen zu haben. Ghosn ist Architekt der internationalen Autoallianz aus Renault, Nissan und Mitsubishi. Er hatte Nissan einst vor der nahen Pleite gerettet. Kurz nach seiner Festnahme hatten ihn Nissan und Mitsubishi von seinem Posten gefeuert.


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