Freitag, 14. Februar 2020 | 11:00

UPC Schweiz verliert weiter Kunden und macht 2019 weniger Umsatz

Der Kabelnetzbetreiber UPC hat in der Schweiz im vergangenen Jahr wie bereits in den beiden Jahren davor an Umsatz eingebüsst. Die Verkäufe gingen um 3,5 Prozent auf 1,25 Milliarden Franken zurück.

Der Kabelnetzbetreiber UPC hat in der Schweiz im vergangenen Jahr wie bereits in den beiden Jahren davor an Umsatz eingebüsst. Die Verkäufe gingen um 3,5 Prozent auf 1,25 Milliarden Franken zurück.

Im Schlussquartal ist UPC jedoch gegenüber dem dritten Quartal gewachsen. Der Umsatz nahm da um 1,8 Prozent auf 312,7 Millionen Franken zu, wie die zum britischen Telekomkonzern Liberty Global gehörende Firma am Freitag mitteilte.

UPC sei es gelungen, den Rückgang der Abonnentenzahlen deutlich zu bremsen, hiess es. Nachdem 2018 an die 153'000 Abos verloren gingen, waren es im letzten Jahr noch deren 68'000. Zudem habe man bei der Messung der Kundenzufriedenheit die besten Werte seit 2009 erreicht.

Mit Wachstumsplan auf Kurs

Baptiest Coopmans, der seit Anfang Februar die Geschicke bei UPC Schweiz leitet, sieht das Unternehmen mit dem Wachstumsplan auf Kurs. Er will die TV-Plattform sowie das Gigabit-Angebot weiter auf dem Markt etablieren und bei den Mobil- und Festnetzangeboten Kunden dazugewinnen.

Vor über einem Jahr hatte UPC ein Programm aufgelegt, um mit Sonderaktionen den Kundenschwund einzudämmen. UPC verdoppelte die Höchstgeschwindigkeit fürs Internet und lancierte nach dem Wechsel von Salt auf das Handynetz von Swisscom neue Mobilfunkangebote. Ausserdem wurde an der Servicequalität gearbeitet.

Zulegen kann UPC im Mobilfunk: Im vergangenen Jahr gewann UPC Mobile 54'000 Abonnenten dazu, womit die Gesamtzahl auf über 200'000 angestiegen sei. Einen Aderlass erlitt das Unternehmen im TV-Geschäft. Da gingen über 90'000 Abonnenten verloren. Leicht rückläufige Abozahlen meldet UPC im Internet- und im Festnetz-Bereich.

Im Geschäftskundenbereich wächst UPC in der Schweiz hingegen. Der Umsatz ging im vergangenen Jahr um 5,2 Prozent nach oben. UPC habe in die Produktqualität und die schweizweite Verfügbarkeit von Gigabit-Internetgeschwindigkeiten investiert, hiess es. Neue oder erweiterte Verträge schloss UPC mit der Migros, SV Hotel oder der Schaffhauser Kantonalbank ab.

Gescheiterte Übernahme

Das Jahr 2019 stand bei UPC aber ganz im Zeichen der gescheiterten Übernahme durch die Konkurrentin Sunrise. Der 6,3 Milliarden Franken schwere Deal wurde im Oktober abgeblasen. Er scheiterte am Widerstand der Sunrise-Grossaktionäre unter der Führung der deutschen Freenet, die Kritik am hohen Kaufpreis übten.

Damit misslang erneut ein Versuch, im Schweizer Telekommarkt einen stärkeren Herausforderer dem Branchenprimus Swisscom entgegenzustellen. Die Eidgenössische Wettbewerbskommission (Weko) hatte vor neun Jahren die geplante Fusion von Sunrise und Orange aus Wettbewerbsgründen verboten. Gegen den UPC-Kauf durch Sunrise hatten die Kartellwächter allerdings nichts einzuwenden.

Nach dem geplatzten Zusammenschluss ist es Anfang Februar bei UPC Schweiz zu einem Chefwechsel gekommen: Severina Pascu übergab die Geschäftsführung an Baptiest Coopmans. Die 46-jährige Pascu wechselte zu Virgin Media, welches die grösste Tochtergesellschaft von Liberty Global ist. Dort amtet sie als stellvertretende CEO und Finanzchefin.


Weitere Artikel aus der gleichen Rubrik

Radiotelevisione Svizzera streicht 12 Vollzeitstellen

Radiotelevisione Svizzera streicht bis Ende Jahr 12 Vollzeitstellen. Grund für die Sparmassnahme sei vor allem der Rückgang der Werbeeinnahmen.

Fluggesellschaft Private Wings darf Lugano-Genf nicht bedienen

Die deutsche Fluggesellschaft Private Wings wollte den Flugverkehr zwischen Lugano und Genf wieder aufnehmen. Das Bundesgesetz über die Luftfahrt untersagt dies jedoch: Innerhalb der Schweiz dürfen nur Schweizer Airlines Flüge anbieten.

Roche startet Bau des neuen Forschungszentrums in Basel

Der Pharmakonzern Roche hat den Grundstein für ein neues Forschungszentrum in Basel gelegt. Damit gibt der Konzern den Startschuss für den Bau von vier neuen Gebäuden, die ab Ende 2023 1'800 Forscherinnen und Forschern Platz bieten sollen.

Puma will Coronavirus-Einbussen in Grenzen halten

Puma hat 2019 ein Rekordjahr hingelegt - und 2020 sollte es so weiterzugehen. Doch die Ausbreitung des Coronavirus auf dem wichtigen chinesischen Markt lässt die Unsicherheit beim Sportartikelhersteller wachsen.

Fischer ruft Tourenskischuh zurück

Die Sportartikelfirma Fischer Sports ruft ihren Tourenskischuh "Travers CC" zurück. Nach häufigem Gebrauch können Risse entstehen und der Schaft brechen. Dadurch besteht wegen des verminderten Halts im Schuh Sturz- und Verletzungsgefahr.

Bitcoin profitiert von Unsicherheiten an den Börsen

Die Kryptowährung Bitcoin ist wieder über die Marke von 10'000 US-Dollar gestiegen. Die steigenden Unsicherheiten an den Börsen treiben die Kryptowährung seit Beginn des Jahres an. Profitieren dürfte das Blockchain-Geld zudem vom im Mai anstehenden "Halving"-Ereignis.