Die Kliniken Valens geben den Standort Walenstadtberg auf
Die Klinikgruppe Valens schliesst ihren Standort in Walenstadtberg per Ende 2029. Die Leistungen der dortigen Rehaklinik sollen überwiegend in den Standort Valens integriert werden. Betroffen sind rund 180 Arbeitsplätze. Entlassungen soll es keine geben. Auch die rund 75 Bettenplätze sollen nach Valens gezügelt werden.
Die Klinikgruppe Valens gibt ihren traditionellen Standort in Walenstadtberg auf. Wie die Verantwortlichen mitteilen, wird die Klinik für muskuloskelettale, internistisch-onkologische, pneumologische und geriatrische Rehabilitation ihre Türen per Ende 2029 schliessen. Betroffen sind 75 Betten und rund 180 Arbeitsplätze.
50 Millionen Franken sind zu viel
Als Grund für den Entscheid nennen die Kliniken Valens gegenüber dem «Sarganserländer» den baulichen Zustand, in welchem sich die Klinik in Walenstadtberg befindet. Diese müsste gemäss den Verantwortlichen kernsaniert werden. Um den Standort langfristig weiterzuführen, wären in den kommenden Jahren «umfassende bauliche und technische Erneuerungen sowie ein mehrjähriges Provisorium erforderlich» gewesen, heisst es dazu.
Auf Nachfrage der Redaktion schätzte der CEO der Klinikgruppe Valens, Till Hornung, das nötige Investitionsvolumen auf rund 50 Millionen Franken ein, wobei eine solche Sanierung «die kritische kleine Grösse der Klinik in Walenstadtberg nicht verbessert hätte». Stattdessen soll nun in Valens eines der grössten Rehabilitationszentren der Schweiz entstehen.
Gemeinde Walenstadt informiert
Die Gemeinde Walenstadt ist von der Klinikgruppe Valens vorgängig über den Entscheid informiert worden, wie Hornung sagte. Der «Sarganserländer» gelangte gestern mit einem Fragebogen zur angekündigten Schliessung an den Gemeinderat. Dessen Beantwortung wurde für die kommenden Tage in Aussicht gestellt.
Was die Zukunft des Gebäudes betrifft – es gehört der Stiftung Klinik Valens –, werde die Klinikgruppe gemäss Hornung «zusammen mit der Gemeinde Varianten für die zukünftige Nutzung des Standorts prüfen». Eine gute Anschlusslösung sei der Klinikgruppe wichtig, so Hornung.
«Vertrauen in die Klinikgruppe»
Jürg Stopp, Präsident der Talgemeinschaft Sarganserland-Walensee (TSW), verwies am Mittwoch auf eine demnächst stattfindende Vorstandssitzung. Danach werde sich die TSW zum Entscheid ausführlicher positionieren. Klar sei, dass die Klinikgruppe Valens ein Partner sei, in den man grosses Vertrauen setze, so Stopp. Er gehe davon aus, dass diese die bestmöglichen Lösungen für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer finden werde und dass auch die Betten und das Angebot der Klinik Walenstadtberg in Valens erhalten bleibe. Die TSW werde betreffend die weitere Nutzung der Infrastruktur in Walenstadtberg Hand bieten, wenn dies gefragt und möglich sei. Aus dem Entscheid könnten sich auch Chancen ergeben, so Stopp.
Grösste Schweizer Rehaklinik-Gruppe
Die Klinikgruppe Valens, die 1970 damals noch als Bäderklinik Valens eröffnet wurde, hatte die Klinik Walenstadtberg im September 2011 übernommen beziehungsweise zusammengeführt. In der Folge trat man als Kliniken Valens und später als Klinikgruppe Valens auf. Seither ist die Gruppe etwa durch Übernahmen und Fusionen stark gewachsen. Heute betreibt sie zehn stationäre und drei ambulante Standorte mit über 940 Betten. In der grössten Schweizer Rehaklinik-Gruppe arbeiten rund 2300 Mitarbeitende, jährlich erhalten rund 11 000 Betroffene eine Rehabilitation.



