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Keystone-SDA | Montag, 15. Juni 2026

28 Ertrinkungstote in fünf Jahren: Tessin verstärkt Prävention

Im Tessin sind in den letzten fünf Jahren 28 Menschen ertrunken. Die Tessiner Regierung ruft nun zu mehr Vorsicht beim Freizeitsport in Gewässern und in den Bergen auf.

Prävention sei die "stärkste Waffe", erklärte Marcel Luraschi, verantwortlich für die Gewässerpolizeiabteilung der Tessiner Kantonspolizei am Montag an einer Medienkonferenz bei Meteoschweiz in Locarno-Monti. Der Südkanton werde von vielen Besuchern frequentiert, welche die Täler, Berge und Gewässer nicht gut kennen.

Die Zahl der Ertrunkenen sei seit 2021 zwar "stabil", trotzdem seien 28 Opfer in fünf Jahren sehr viel, und die Kantonsbehöreden wollten diese Zahl reduzieren, hielt Luraschi fest. Zwischen 1968 und 2025 verzeichnete der Kanton Tessin 377 Ertrinkungsopfer. Elf Prozent aller tödlichen Ertrinkungen in der Schweiz passierten im Tessin, die Bevölkerung mache aber nur drei Prozent der Schweizer Gesamtbevölkerung aus.

Nicht nur Seen und Flüsse seien gefährlich, sondern auch Schwimmbäder. Hier seien die Regeln klarer, würden aber nicht respektiert, erklärte Luraschi weiter.

Als Hotspot der Unfälle gilt Lavertezzo im Verzascatal, wie ein neues Datensystem eruiert hat. Da im Verzascatal aber vor allem Tagestouristen unterwegs seien, gestalte sich das Informieren der Besucher schwierig, erklärten die Verantwortlichen. Von Ende Juli bis Ende August kursieren im Tal jedoch Patrouillen, welche die Touristen über die Gefahren des Wildflusses informieren.

Am meisten Blitze gehen im Tessin nieder

Das Tessin sei nicht nur der "schönste Kanton", wie der Vorsteher des Tessiner Justiz- und Polizeidepartements, Norman Gobbi, sagte, sondern auch die Region mit den meisten Gewittern, erklärte der Leiter des Prognosezentrums Süd von Meteoschweiz, Stefano Zanini.

Auch vor Canyoning- und Bergunfällen warnen neue Unterkampagnen auf diversen Kanälen: Zwischen 2016 und 2025 ereigneten sich 92 schwere Canyoning-Unfälle im Tessin, acht davon tödlich. In den Bergen verzeichnete der Südkanton zwischen 2018 und 2026 ganze 52 tödliche Unfälle. Die meisten Unfälle ereigneten sich nicht in grosser Höhe, sondern in der voralpinen Zone auf durchschnittlich 1050 Metern über Meer, hiess es an der Medienkonferenz weiter.

Alle drei unter dem Slogan "Ticino sicuro" laufenden Präventionskampagnen beziehen möglichst viele risikoerhöhenden Faktoren wie Wetter, Ernährung, Sonne oder Alkohol mit ein. Insbesondere Wettereinflüsse sollen stärker berücksichtigt werden in der Präventionsarbeit, erklärten die Zuständigen. Am allermeisten Unfälle passierten im heissesten Monat August und an Sonntagen.

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