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600 Personen fordern in Luzern "Freiheit für Kurdistan"
Rund 600 Personen haben am Freitagabend in Luzern gegen das Vorgehen der syrischen Regierung gegen die kurdische Bevölkerung im Norden des Landes demonstriert. Es war bereits der zweite Demonstrationszug in Luzern innerhalb weniger Tage.
Schätzungsweise über 600 Frauen, Männer und Kinder versammelten sich nach 17 Uhr auf dem Kapellplatz und zogen danach Parolen skandierend durch die Stadt. Beim Inseli löste sich der Demonstrationszug gegen 20 Uhr auf.
Die Polizei begleitete die bewilligte Kundgebung, die friedlich verlief, wie ein Reporter der Nachrichtenagentur Keystone-SDA vor Ort beobachtete. Einige Male wurde Feuerwerk gezündet. Der Strassenverkehr musste von der Polizei mehrmals angehalten werden.
Kritik auch an der Türkei
Die Demonstrantinnen und Demonstranten skandierten Rufe wie "Free, free Kurdistan", oder sie liessen die internationale Solidarität hochleben. Ihre Kritik richtete sich nicht nur gegen die syrische Regierung, sondern auch gegen die der Türkei. Auch die UNO wurde an ihre Verantwortung erinnert.
Bereits am Dienstagabend hatten in Luzern nach Angaben der Polizei 600 bis 700 Personen gegen das Vorrücken syrischer Regierungstruppen in kurdische Gebiete demonstriert. Auch in mehreren anderen Schweizer Städten kam es diese Woche mehrmals zu Kundgebungen zugunsten von "Rojava", wie das Kurdengebiet im Norden Syriens auch genannt wird.
Offizielle Schweiz zeigt sich besorgt
Hintergrund ist eine Offensive der syrischen Übergangsregierung gegen die bisher kurdisch kontrollierten Gebiete im Norden und Nordosten des Landes. Derzeit gilt ein Waffenstillstand. Beide Seiten werfen sich jedoch weiterhin Verstösse vor. Die Übergangsregierung unter Interimspräsident Ahmed al-Scharaa will alle Gebiete Syriens unter eine Zentralregierung stellen.
Die offizielle Schweiz zeigte sich derweil "besorgt" über die humanitäre Lage im Nordosten Syriens, wo die Armee ihre Offensive gegen die kurdischen Streitkräfte fortsetzt. "Es ist unerlässlich, dass der Waffenstillstand eingehalten wird und alle Zivilisten geschützt werden", teilte das Schweizer Aussendepartement (EDA) am Freitag auf der Plattform X mit. Die Schweiz ruft alle Parteien dazu auf, das humanitäre Völkerrecht zu respektieren.

















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