Die digitale Ausgabe des Sarganserländers.
Air-Canada-CEO tritt wegen mangelnder Französischkenntnisse zurück
Air-Canada-CEO Michael Rousseau wird per Ende September zurücktreten. Der Verwaltungsrat der kanadischen Fluggesellschaft bestätigte den Entscheid am Montag und reagierte damit auf anhaltende Kritik an Rousseaus mangelhaften Französischkenntnissen.
Der seit fünf Jahren amtierende CEO war zuletzt in die Schlagzeilen geraten, nachdem er nach dem Tod zweier Air-Canada-Piloten bei einer Kollision auf dem Flughafen La Guardia in New York nahezu ausschliesslich auf Englisch kondoliert hatte. Mehrere kanadische Politiker übten scharfe Kritik, auch Premierminister Mark Carney zeigte sich "sehr enttäuscht" und warf Rousseau mangelndes Urteilsvermögen und Mitgefühl vor.
Zahlreiche Französischstunden
Rousseau hatte erklärt, trotz "zahlreicher Französischstunden über mehrere Jahre" weiterhin nicht in der Lage zu sein, sich angemessen auf Französisch auszudrücken. Er entschuldigte sich dafür und betonte, an seinen Sprachkenntnissen weiterzuarbeiten.
Am 22. März war an dem New Yorker Flughafen ein Rettungs- und Löschfahrzeug mit einem Flugzeug der für Air Canada operierenden Jazz Aviation kollidiert. Dabei kamen der Pilot und der Co-Pilot ums Leben, mehrere Personen wurden verletzt. In der Woche darauf forderte die Nationalversammlung von Québec mit grosser Mehrheit Rousseaus Rücktritt.
Bereits 2021 hatte Rousseau für Kritik gesorgt, als er vor der Handelskammer des Grossraums Montréal fast ausschliesslich Englisch sprach. Der Verwaltungsrat betonte nun, seit zwei Jahren an einem Nachfolgeplan zu arbeiten und seit Januar auch externe Kandidaten zu prüfen.
















Kommentare (0)
Schreibe einen Kommentar