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Keystone-SDA | Freitag, 03. Juli 2026

Aktivisten räumen Camp und kritisieren Rechenzentrum in Beringen SH

Rund ein Dutzend Aktivisten haben in Beringen SH gegen den Bau eines Rechenzentrums protestiert. Die Gruppe "Aufstände der Allmende" kritisiert unter anderem den enormen Verbrauch an Strom und Wasser.

Das von der Gruppierung "Aufstände der Allmende" organisierte Widerstandscamp «KI kurzschliessen» in Benken ZH steht vor einem frühzeitigen Ende. Die Aktivistinnen und Aktivisten wollten mit der ursprünglich auf eine Woche angelegten Aktion auf den Bau eines grossen Datenzentrums im benachbarten Beringen SH aufmerksam machen.

Nachdem die Gemeinde keine Bewilligung für das Camp erteilt hatte, forderte die Kantonspolizei Zürich bereits am Donnerstagnachmittag die Räumung der Anlage. Laut einem Reporter vor Ort waren am Freitagvormittag nur noch vereinzelte Personen anzutreffen, da die meisten Zelte bereits abgebaut worden waren. Zumindest am Freitag sollen nun einzelne Aktivitäten des Camps in einem Veranstaltungsraum in der Stadt Schaffhausen durchgeführt werden.

Medienkonferenz in der Nähe des Datacenters

Parallel zu den Abbauarbeiten im Camp luden die Aktivisten am Freitagmittag zu einer Medienkonferenz nach Beringen ein. Auf einer Anhöhe, von der aus das im Bau befindliche Rechenzentrum von Stack Infrastructure zu sehen ist, traten die Aktivistinnen und Aktivisten vermummt und anonym auf.

Die Gruppierung warnte davor, dass sich die Region Schaffhausen allmählich zu einem Hotspot für Datenzentren entwickle, und richtete ihren Protest explizit gegen internationale Tech-Konzerne und deren Eigentümer.

Im Zentrum der Kritik steht der massive Ressourcenverbrauch von künstlicher Intelligenz (KI) und der dafür notwendigen Infrastruktur. Die Aktivisten bezeichneten Rechenzentren als "Brandbeschleuniger für die Klimakrise".

Thema im Schaffhauser Kantonsrat

Unterstützung erhielten sie durch eine Stellungnahme der Schaffhauser SP-Kantonsrätin Eva Neumann, die verlesen wurde, da sie selbst nicht vor Ort war. Neumann kritisiert den Bau bereits seit April 2021 und wies darauf hin, dass die Anlage, wenn sie in Betrieb geht, rund 75 Prozent des gesamten Strombedarfs des Kantons Schaffhausen beanspruchen werde.

Im Schaffhauser Kantonsrat gaben das Rechenzentrum in Beringen sowie allenfalls weitere geplante Projekte bereits mehrfach Anlass zu Diskussionen. So forderten beispielsweise FDP, SVP und Grüne in diesem Zusammenhang mit einem gemeinsamen Vorstoss einen verantwortungsvollen Umgang mit Bauland.

Wasserverbrauch angeprangert

Neben dem enormen Energiehunger prangern die Gegner auch den Wasserverbrauch des Projekts an. Das Rechenzentrum benötigt jährlich rund 55'000 Kubikmeter Wasser in Trinkwasserqualität zur Kühlung. Dies entspricht ungefähr dem Verbrauch von 1000 Personen. Angesichts dessen befürchten die Kritiker künftig Wasserprobleme in der Region.

Ein weiteres Argument gegen das Projekt ist der Mangel an lokaler Wertschöpfung, da vor Ort kaum Steuereinnahmen generiert würden. Auf Transparenten machten die Demonstrierenden mit Slogans wie "Kein Trinkwasser für Tech-Oligarchen" auf ihre Forderungen aufmerksam.

Die Aktivisten verknüpften ihren Widerstand zudem mit globalen Konflikten. Sie machten geltend, dass künstliche Intelligenz von Netzwerken der extremen Rechten und Tech-Oligarchen vorangetrieben werde und militärisch zum Einsatz komme. Konkret wurde auf den Einsatz KI-gesteuerter Drohnen in Palästina verwiesen, wo entsprechende Systeme getestet und trainiert würden.

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