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Keystone-SDA | Mittwoch, 14. Oktober 2026

Alarmierende Zahlen in Englands Fussball

Englands Fussballbehörde schlägt Alarm. Die Finanzen vieler Klubs sollen katastrophal sein, viele der Vereine "technisch insolvent".

Inmitten des beispiellosen Finanzskandals um Manchester City hat die unabhängige Aufsichtsbehörde (IFR) in einem Bericht alarmierende Zahlen zum englischen Fussball veröffentlicht. Trotz Rekordeinnahmen von rund 9 Milliarden Pfund (rund 9,9 Milliarden Franken) würden viele Vereine am Rande des finanziellen Ruins stehen.

Demnach machten in der vergangenen Saison 94 Prozent der 116 Vereine in den höchsten fünf Spielklassen Verluste. Mehr als ein Viertel aller Klubs könnten nicht länger als 30 Tage überleben, sollten ihre Eigentümer die finanzielle Unterstützung einstellen. Das geht aus dem veröffentlichten Entwurf des Berichts "State of the Game" hervor.

Mehr als 60 Prozent der Vereine aus der English Football League (EFL) und der National League gelten demnach als technisch insolvent. 17 Vereine würden selbst ohne jegliche Zahlung von Spielergehältern Verluste machen. Die Mehrheit der Klubs sei finanziell nicht tragfähig, hiess es weiter, darunter 20 Prozent aus der Premier League.

Rund 5,5 Milliarden Franken Schulden

"Während einige unserer Vereine zu den reichsten und wettbewerbsfähigsten der Welt gehören, stehen andere am Rand des finanziellen Abgrunds", sagte der IFR-Vorsitzende David Kogan. Die Einnahmen seien zwar stark gestiegen, die Kosten jedoch noch stärker. Dies habe Schulden und Verluste erhöht und die Abhängigkeit von den Eigentümern verstärkt. "Wer diesen Bericht liest, kann keinen Zweifel daran haben, dass Eingriffe notwendig sind", sagte Kogan.

Während die Gesamteinnahmen der Vereine einen Rekord darstellten, stiegen die Schulden laut dem Bericht von rund 2,8 Milliarden Pfund (2,2 Milliarden Franken) in der Saison 2020/21 auf 4,1 Milliarden Pfund (4,4 Milliarden Franken) in der abgelaufenen Spielzeit 2025/26. Für die kommende Saison werden 5,1 Milliarden Pfund (5,5 Milliarden Franken) erwartet. Rund drei Viertel der Schulden entfallen auf Premier-League-Klubs.

Die durchschnittlichen Verluste der Premier-League-Vereine erhöhten sich in den vergangenen fünf Spielzeiten von 20 auf 44 Millionen Pfund pro Jahr (48,5 Millionen Franken).

Schere geht immer weiter auf

Laut Bericht geht zudem aus finanzieller Sicht die Schere zwischen den Klubs immer weiter auf. So verdient ein durchschnittlicher Premier-League-Klub mittlerweile mehr als das Achtfache eines durchschnittlichen Zweitligisten. Die Behörde schlägt deshalb vor, die Verteilungsmechanismen zu ändern.

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