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Alex Fiva holt erneut eine Olympiamedaille
Wie schon vor vier Jahren in Peking gewinnt Alex Fiva eine olympische Medaille im Skicross. Der 40-jährige Bündner sichert sich im Fotofinish Bronze. Titelverteidiger Ryan Regez scheitert im Halbfinal
Wie schon vor vier Jahren in Peking gewinnt Alex Fiva eine olympische Medaille im Skicross. Der 40-jährige Bündner sichert sich in Livigno nach einem extrem kräftezehrenden Rennen im Fotofinish Bronze. Titelverteidiger Ryan Regez scheitert derweil im Halbfinal.
Alex Fiva hat es wieder getan: Der unverwüstliche Routinier im Schweizer Skicross-Team bewies im entscheidenden Moment Nerven aus Stahl und sicherte sich bei den Olympischen Spielen in Livigno die Bronzemedaille. Im grossen Final musste sich der 40-Jährige nur dem italienischen Duo Simone Deromedis (Gold) und Federico Tomasoni (Silber) geschlagen geben, die vor heimischem Publikum einen Doppelerfolg.
Viel fehlte nicht, und Fiva hätte seine Silbermedaille von Peking 2022 wiederholt. Nach einem packenden Zielsprint musste das Fotofinish entscheiden – mit dem hauchdünn besseren Ende für Tomasoni. "Ich habe im Fotofinish zuerst gedacht, ich hätte Silber gewonnen", verriet Fiva im Anschluss gegenüber dem Schweizer Fernsehen SRF. Dennoch überwog die Freude über das Edelmetall sofort: "Es ist super, eine Medaille zu haben."
"Das strengste Rennen überhaupt"
Dass Fiva überhaupt im Final stand und dort um die Medaillen kämpfte, glich einer physischen Meisterleistung. Die Bedingungen in Livigno verlangten den Athleten alles ab. "Es war das strengste Rennen überhaupt", bilanzierte der Bündner erschöpft. "Ich hatte nach der ersten Runde schon Krämpfe. Es war so langsam, es war brutal."
In diesen zähen Verhältnissen spielte Fiva seine ganze Routine aus. Seine Taktik, das Feld von hinten aufzurollen, erwies sich als goldrichtig. "Es war gut, von hinten anzugreifen. So konnte ich am Anfang etwas Körner sparen", erklärte er seinen Plan. Ein kleiner Wermutstropfen blieb dennoch: Er ärgerte sich im Nachhinein ein wenig darüber, auf den letzten Metern im Final nicht noch einen konsequenteren Angriff nach ganz vorne probiert zu haben.
Kinder auf dem Helm, 2038 im Blick
Die nötige Kraft für diesen harten Olympia-Tag holte sich Fiva nicht nur aus seiner immensen Erfahrung, sondern auch von seiner Familie. Als besonderer Talisman zierten die Fingerabdrücke seiner Kinder seinen Helm.
Obwohl er mit 40 Jahren zu den absoluten Routiniers im Feld gehört, denkt Fiva noch nicht zwingend ans Aufhören. Auf seine Zukunft angesprochen, liess er sich ein Schmunzeln nicht verkneifen: "Olympische Spiele in der Schweiz sind 2038, oder?", fragte er. Vorerst stehen aber Erholung und Feiern auf dem Programm: Er wolle nun seine zweite Olympiamedaille mit Familie und Freunden geniessen und vor allem "die Beine hochlagern".
Regez im Pech, Baur und Détraz früh out
Für den zweiten grossen Schweizer Trumpf endete der Tag hingegen mit einer Enttäuschung. Simone Deromedis krönte sich zum Nachfolger von Ryan Regez, für den die Mission Titelverteidigung im Halbfinal endete. Der 31-jährige Berner Oberländer kassierte dort eine Gelbe Karte, wurde in der Folge nicht für den kleinen Final zugelassen und beendete den Wettkampf im 8. Schlussrang.
Ebenfalls nicht nach Wunsch verliefen die Rennen für Tobias Baur und Romain Détraz. Beide Schweizer schieden bereits in ihren jeweiligen Achtelfinal-Läufen als Dritte aus und verpassten den Vorstoss in die entscheidenden Runden.



















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