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Ammann akzeptiert die Nichtselektion für die Winterspiele
Simon Ammann akzeptiert die Nichtselektion für die Winterspiele. Vielmehr ärgert ihn, dass er sein Potenzial derzeit nicht in Flugweite umsetzen kann.
"Mir geht es nicht um die Nummer 8", sagte der Toggenburger kurz vor Weihnachten während der Weltcupwoche in Engelberg. Diese Aussage wirkt glaubwürdig. Was würde einem vierfachen Olympiasieger eine achte Olympiateilnahme nützen, wenn er dort mit seinen Leistungen nicht zufrieden wäre?
Der 44-Jährige tickt anders. Skispringen ist eine hochkomplexe Sportart, genau diese Herausforderung reizt ihn. Der Absprung auf Eis muss perfekt getimt sein, die Koordination im Flugübergang muss stimmen, die Flugposition aerodynamisch optimal sein. Schon ein kleiner Fehler, eine falsche Neigung im Flug oder eine fehlende Feinabstimmung im Material kosten sofort die entscheidenden Meter. "Mir gefällt es, diese Aufgaben zu lösen", betonte Ammann. Und es ärgere ihn, wenn er es nicht hinkriege.
Freude am Konkurrenzkampf
Dem Kampf um das Olympia-Ticket kann Ammann viel Positives abgewinnen. Die Schweizer Weitenjäger sind breiter aufgestellt als früher. Mit Gregor Deschwanden, Sandro Hauswirth, Killian Peier, Felix Trunz, Juri Kesseli, Yanick Wasser und ihm selber kämpfte ein Septett um die drei Olympia-Tickets. "Das tut uns als Mannschaft gut. Wir können im Team eine Breite hochhalten", sagte der Routinier. Diese Situation sei erfreulich. "Es werden die nach Predazzo fahren, die fahren. Aber für mich ist das nicht so relevant", schob er nach.
Zu Saisonbeginn schätzte Ammann seine Chancen auf die achten Winterspiele auf 80 Prozent ein. In Engelberg meinte er, auf eine mögliche Olympia-Teilnahme angesprochen: "Es ist schon ringer gegangen", und lachte laut.
Es zählt nicht nur Gold
Ammann begegnet immer wieder der Kritik, er habe den Rücktritt verpasst. Zumindest gegen aussen nimmt er dies gelassen hin. Das verpasste Karriereende stimme nur, wenn man den Abgang an einem grossen Sieg festmache, was er jedoch nicht als nötig erachte, hat er schon in zahlreichen Interviews erklärt. Für ihn zählen nicht nur Gold, sondern auch Leidenschaft, Willensstärke und die Freude am Tun.
Unter diesem Aspekt ist auch nicht mit einem sofortigen Rücktritt zu rechnen, sofern er diesen überhaupt je offiziell verkündet. Ammann ist ein vielseitig engagierter Mensch - familiär, beruflich, im Sport. Sein Leben besteht nicht nur aus Skispringen. Den Spitzensport bezeichnet er als Projekt, das ihn noch mit 44 Jahren erfüllt.
















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