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Sarganserland
mit Florian Schneider sprach Patric Scott* | Freitag, 29. Januar 2021

Auf Du und Du mit Patric Scott

Patric Scott besucht seine Weggefährten von der Walenseebühne – heute mit Florian «Alpöhi» Schneider.

Mit Florian Schneider durfte ich damals in «Heidi, das Musical» zusammenarbeiten. Seit dem ersten Tag sind wir bis heute befreundet, und ich durfte zuletzt mit ihm im Musical «Knie, das Circus Musical» zusammenarbeiten.

Florian, kannst du dich noch an unsere erste Begegnung erinnern?

Florian Schneider: Das «Heidi»-Musical war für mich der erste Job. Als ich die Besetzungsliste sah, bin ich fast vom Stuhl gefallen, als ich deinen Namen gelesen habe (ich war und bin ja ein grosser Fan von dir). Ich fand es damals so toll, wie du Sabine Schädler («Heidi»-Darstellerin) und mich aufgenommen hast, und wie wir zusammen mit dir die jeweiligen Szenen erarbeiten durften.

Warst du immer so offen? Wir waren ja quasi neu in diesem Business.

Also, damit das noch mal gesagt ist: Ein besser aussehendes, spielendes, tanzendes und singendes Gespann als dich und Sabine in den Rollen von Peter und Heidi, hätte man nirgendwo finden können! Ihr habt mich beide sofort berührt mit eurer Art, ab der ersten Probe bis zur letzten Vorstellung. Da ist ein Funke übergesprungen und ich hab gedacht, das sind zwei von meinem Schlag. Ist es verwunderlich, dass ich mit beiden von euch bis heute befreundet bin? Wie viele Kolleginnen und Kollegen hab ich im Laufe der Jahre nach einer Zusammenarbeit nie wieder gesehen? Aber ihr beide seid mir nah geblieben. Das ist sehr selten! Mir schien auf den Proben damals, ihr konntet schon alles und hattet auch eine Arbeitsdisziplin, die mich staunen liess. Der Regisseur setzte ja alle extrem unter Druck und ich fand die Härte oft unnötig. Aber ihr beide habt selbst das mit Leichtigkeit genommen.

Für mich bist du der Einzige, der sich in der Schweiz Musical-Star nennen darf. Was war für dich dein grösster Erfolg?

Danke für die Blumen, aber das ist lange her. Ich hatte in den Neunzigerjahren das Glück, im Rockmusicalfach als Jesus oder Judas oder auch als Transvestit Frank n’Furter in der Rocky Horror Show zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein. Die Jahre vorher hatte ich ausschliesslich Oper und Operette gesungen, was mir aber nie so richtig Spass machte. Als die Theater dann begannen, Musicals zu spielen, haben sie mich überall in Deutschland für die Hauptrollen engagiert, weil es damals noch wenige Sänger gab, die sich diese Art von Gesang antun wollten. Ich war ständig unterwegs von Stadt zu Stadt und es war zwar ein Leben mit viel Erfolg, aber auch mit Schattenseiten. Meine Familie damals sah ich kaum. Dann wollte mich Andrew Lloyd Webber für das Phantom der Oper in Basel, und ich kam nach Jahren endlich wieder heim. Und diese Rolle wurde dann auch der bleibendste Erfolg.

Wie ist deine Familie mit deinem Erfolg umgegangen? Waren deine Eltern sofort dafür, dass ihr Sohn Schauspieler und Sänger werden wollte?

Mein Vater wollte in seiner Jugend immer Kunstmaler werden, aber seine Eltern liessen ihn nicht. Er musste Architekt werden und die Malerei bloss als Hobby fortführen. Das hat ihn geprägt und er hat mir darum nie den geringsten Stein in den Weg gelegt, sondern mir anstandslos mein Studium bezahlt. Dafür danke ich ihm noch heute.

Du hast eine Tochter, sie ist nicht im Showbusiness tätig, obwohl sie schon früh von Modelscouts angesprochen wurde. Soweit ich mich erinnern kann, wurde sie sogar in New York angesprochen. Habt Ihr als Eltern ihr eher abgeraten oder hätte sie auch diesen Weg einschlagen dürfen?

Meine Tochter Mina ist gross und schlank und sehr hübsch, aber auch etwas scheu und mit dem Modeln hatte sie trotz dieser Agentur-Avancen nichts am Hut. Sie ist eher der tiefsinnig-nachdenkliche Typ und die Modewelt erscheint ihr zu oberflächlich. Sie will lieber studieren und ist eben dabei, sich zu entscheiden, in welche Richtung sie will.

Eigentlich hattest du dich aus der Musicalszene zurückgezogen, was war der Grund für dich, doch nochmals auf die Musicalbühne zu gehen und das Engagement bei «Knie, das Circus Musical» anzunehmen?

Meine grosse Liebe gehört ja seit ein paar Jahren meinen eigenen Liedern in Mundart, die ich alle Schangsongs nenne. Meine Auftritte auf den Kleinkunstbühnen empfinde ich als viel schwieriger als die Rollen in Musicals, weil ich im Konzert viel mehr singen und erzählen kann. Aber bei «Knie, das Circusmusical» musste ich einfach mitmachen, weil die ganze Atmosphäre gleich von Beginn an total stimmte. Besonders mit dir als Komponist und mit Rolf Knie als Regisseur. Das war eine der schönsten Produktionen, bei denen ich je dabei war.

Du hast ja gerade ein neues Album veröffentlicht. Woher holst du dir die Inspiration für deine Songs?

Das ist exakt wie bei einem Zeichner oder Maler. Alle Motive für seine Bilder sind ständig rund um ihn herum. Wo er Linien und Farben benutzt, um sie in ihren Stimmungen abzubilden, gebraucht der Liederschreiber dafür Wörter und Töne. Den Sinn und das Auge, um das zu schulen, was dich direkt umgibt und alltägliche Nichtigkeiten als schöne Motive sehen zu lernen, das ist die eigentliche Kunst. Und das ist ein Prozess, der ein Leben lang nie aufhört.

Wie erlebst du die aktuelle Zeit?

Wir hatten im September noch erfolgreich das neue Album «Schangsongs 4» rausgebracht und waren eben voll auf Tournee. Dann kamen die Beschränkungen und der zweite Lockdown, und die anstehenden Konzerte mussten auf Frühling 2021 verschoben werden. Nun bleibt nur, die Zeit gut nutzen, um vorbereitet zu sein, wenn wir wieder auf die Bühne dürfen! Mir ist so langweilig ohne Gesang und Bühne und Publikum!

Was wünschst du dir für 2021?

Aus Deutschland kriege ich von der Musikkritik für meine CDs regelmässig schöne Rückmeldungen und einige Schangsongs werden auch am Radio gespielt, aber mit dem Sprachverständnis hapert es doch. Wie sollen die Deutschen auch Schweizerdeutsch verstehen? Darum mache ich jetzt endlich eine CD mit meinen Liedern in hochdeutschen Übersetzungen. Ein längst überfälliger Schritt über den Graben. Eine Heidenarbeit, aber inhaltlich funktioniert es prima und ich freue mich total auf dieses neue Projekt! Ich wünsch mir, dass es klappt.

 

*Auf Du und Du mit Patric Scott

Patric Scott, Gamser und Sarganser, 34 Jahre alt. Botschafter der Ronald McDonald-Kinderstiftung. Sänger, Musiker, Songwriter, Schauspieler und Produzent. Ausgebildet an renommierten Instituten in Österreich, Deutschland und den USA. Mit seiner Musik Stammgast in den Albumcharts – und in unserer Region unvergessen als «Peter» auf der Walenseebühne. Dort,wo 2005 seine Karriere mit dem «Heidi»-Musical Fahrt aufgenommen hat. Dort, wo er in den letzten 15 Jahren neun Musical-Sommer erlebt hat. Exklusiv für den «Sarganserländer» besucht Patric Scott in loser Reihenfolge seine früheren Weggefährten von der Walenseebühne und bittet sie zum Gespräch. Unter Künstlerkollegen: Auf Du und Du. (sl)

 

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