Die digitale Ausgabe des Sarganserländers.
Aufstieg Chinas erhöht Wettbewerbsdruck auf die Schweiz
Die Ökonominnen und Ökonomen der UBS sehen im wirtschaftlichen Aufstieg Chinas eine grosse Herausforderung für die Schweizer Wirtschaft. Die US-Zölle dürften dagegen nur einen temporären Effekt haben.
Im letzten Jahrzehnt hat sich China immer stärker von der "Werkbank der Welt" hin zu einem Standort für Hochtechnologien gewandelt. So hat das Land etwa eine eigene Chipindustrie aufgebaut und auch im Automobilsektor hat das Land mindestens zu den westlichen Anbietern aufgeschlossen.
Darüber hinaus treten chinesische Anbieter auch zunehmend als Mitbewerber in den Branchen Maschinenbau, Elektrotechnik, Chemie und Medizintechnik auf, wie die Experten der UBS in ihrem am Donnerstag publizierten Wirtschaftsausblick für die Schweiz schreiben.
Durch die teilweise grossen Überkapazitäten in China und wegen der schwachen Binnennachfrage suchten chinesische Firmen zunehmend den Export. Das erhöhe den Druck auf die internationalen Märkte.
Schweiz noch in günstiger Ausgangslage
Aktuell befinde sich die Schweiz jedoch noch in einer "relativ günstigen Ausgangslage", etwa im Vergleich zu anderen europäischen Ländern. Die liege daran, dass sich die Schweizer Exporte auf hochwertige Produkte wie Pharmazeutika, Präzisionsinstrumente, Uhren und spezialisierte Maschinen konzentrieren. Dort seien chinesische Exporteure noch nicht so aktiv.
Chinesische Anbieter dingen jedoch auch zunehmend in Bereiche wie den Maschinenbau und die Präzisions- bzw. Medizintechnik vor, sagte UBS-Ökonomin Meret Mügeli. Gerade diese Felder galten bisher als besondere Stärke der heimischen Industrie.
Die Schweiz sei daher nicht immun gegen den Wettbewerbsdruck aus China. Denn dieser "nähert sich dem Kern des Schweizer industriellen Modells" an, so ein Fazit der Studie.
US-Zölle für Schweiz verkraftbar
Im Gegensatz zum langfristig erwarteten industriellen und technologischen Aufstieg Chinas dürften sich die US-Zölle nur temporär auswirken. "Für die Schweizer Industrie insgesamt bleibt der Effekt verkraftbar, da der Pharmasektor einen erheblichen Teil der Exporte ausmacht und von Ausnahmen profitiert", sagte UBS-Ökonom Maxime Botteron.
So liege der durchschnittliche Zollsatz lediglich bei rund 6 Prozent und auch der Zollunterschied zur EU ist nur noch gering.

















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