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Ausland
Keystone-SDA | Sonntag, 29. März 2026

Auslandspresseverband wirft Israel Angriff auf Pressefreiheit vor

Ein internationaler Presseverband wirft der israelischen Armee vor, im besetzten Westjordanland ein Team des US-Senders CNN gewaltsam an seiner Arbeit gehindert zu haben. "Es handelt sich um einen gewaltsamen Angriff auf eindeutig identifizierte Journalisten und einen direkten Angriff auf die Pressefreiheit", teilte die Foreign Press Association (FPA) mit. Die Journalisten hätten die Folgen eines Angriffs israelischer Siedler und die Errichtung eines illegalen Aussenpostens dokumentieren wollen, als sie gewaltsam festgesetzt worden seien. CNN zeigt ein Video zu dem Vorfall.

Der israelische Militärsprecher Nadav Schoschani schrieb auf der Plattform X, das Verhalten der Soldaten spiegele nicht die Haltung der israelischen Armee wider. Der Fall werde untersucht. Er habe sich "privat" entschuldigt.

CNN-Journalist Jeremy Diamond schrieb auf X, israelische Soldaten hätten einen Fotojournalisten angegriffen und sein Team festgehalten. Die zweistündige Festsetzung habe viel über die Motive dieser israelischen Soldaten offenbart: "Sie handeln im Dienste der Siedlerbewegung."

FPA: Journalist in Würgegriff genommen

Laut FPA hatten sich die Journalisten deutlich ausgewiesen. Die Soldaten aber hätten wiederholt versucht, die Aufnahmen zu verhindern, indem sie drohten, die Kamera zu beschlagnahmen. Später habe ein Soldat einen CNN-Journalisten in den Würgegriff genommen, ihn zu Boden geworfen und seine Kamera beschädigt. Mit Gewehren auf Journalisten und Zivilisten zu zielen, einen Kameramann körperlich anzugreifen und ein Team festzuhalten, seien Handlungen, die jede Grenze überschreiten, schrieb der Journalistenverband.

"Dies war kein Missverständnis. Es war nicht das erste Mal, dass Soldaten Journalisten im Westjordanland misshandelt haben", schrieb die FPA weiter. Sie verurteile diesen Vorfall auf das Schärfste und fordere eine sofortige und transparente Untersuchung.

Anstieg israelischer Siedlergewalt

Mit Beginn des Gaza-Kriegs vor zweieinhalb Jahren war es auch im Westjordanland zu einem erheblichen Anstieg von Gewalt israelischer Siedler gegen Palästinenser und ihren Besitz gekommen. Den israelischen Sicherheitskräften wird immer wieder vorgeworfen, sie gingen nicht entschlossen genug dagegen vor oder stellten sich sogar auf die Seite der aggressiven Siedler.

Israel hatte im Sechstagekrieg 1967 unter anderem das Westjordanland und Ost-Jerusalem erobert. Dort leben heute inmitten von drei Millionen Palästinensern rund 700.000 israelische Siedler. Die Palästinenser beanspruchen die Gebiete für einen eigenen Staat mit Ost-Jerusalem als Hauptstadt.

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