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Keystone-SDA | Mittwoch, 26. August 2026

Bartgeier Lepontino kehrt in Linthal in die Freiheit zurück

Nach mehreren Monaten Pflege ist das Bartgeier-Männchen Lepontino am 18. August in Linthal ausgewildert worden. Der stark geschwächte und flugunfähige junge Bartgeier war im April im Tierfehd südlich von Linthal aufgefunden worden.

Die Auswilderung in Linthal erfolgte durch die Stiftung Pro Bartgeier und die kantonale Wildhut, wie die Abteilung Jagd und Fischerei des Kantons Glarus am Mittwoch weiter mitteilte.

Die Wildhut fing das stark geschwächte Tier am 1. April ein und brachte es für eingehende Untersuchungen in das Tierspital Zürich. Der Vogel litt unter schweren Gleichgewichts- und Koordinationsstörungen.

Zu den häufigsten Ursachen solcher Symptome gehören laut Medienmitteilung Kollisionen und Bleivergiftungen. Die Untersuchungen ergaben zwar erhöhte Bleiwerte im Blut, diese allein konnten die ausgeprägten Beschwerden jedoch nicht erklären.

Vermutlich Schädel-Hirn-Trauma

Da bereits eine geringe Bleibelastung die Vitalität und das Reaktionsvermögen von Greifvögeln beeinträchtigen kann, wird vermutet, dass diese eine Kollision begünstigt haben könnte. Der Bartgeier könnte ein Schädel-Hirn-Trauma erlitten haben.

Der 2025 im Tessin ausgeflogene und auf den Namen Lepontino II getaufte Vogel wurde in der Wildtier-Pflegestation des Natur- und Tierparks Goldau im Kanton Schwyz betreut. Dort erholte sich das junge Bartgeiermännchen so weit, dass es nun wieder in die Freiheit entlassen werden konnte.

Bartgeier sind zu Beginn des 20. Jahrhunderts im gesamten Alpenraum ausgerottet worden. In den 1980er-Jahren begann ein internationales Wiederansiedlungsprojekt, an dem sich die Schweiz seit 1991 beteiligt. Inzwischen gibt es im Alpenraum in 98 Revieren Brutpaare, die sich erfolgreich fortpflanzen. 35 dieser Reviere liegen in der Schweiz.

Um die genetische Vielfalt der Population zu erhalten und zu fördern, werden weiterhin junge Bartgeier aus dem Zuchtprogramm ausgewildert. Bartgeier ernähren sich hauptsächlich von Knochen. In freier Natur ziehen sie in der Regel nur ein Jungtier pro Jahr auf.

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