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Keystone-SDA | Sonntag, 21. Juni 2026

Bei Platz 2 droht dem Schweizer Nationalteam Reisestress

Nach dem klaren Sieg gegen Bosnien-Herzegowina kann das Schweizer Nationalteam fest mit der K.o.-Phase planen. Dort kommt auf die Verantwortlichen auch logistisch einiges zu.

Rein rechnerisch gibt es noch eine minime Chance, dass die Schweiz in ihrer Gruppe auf Platz 3 zurückfallen könnte. Dafür müsste sie jedoch in der letzten Runde deutlich gegen Kanada verlieren, während Katar gleichzeitig einen sehr hohen Sieg gegen Bosnien-Herzegowina feiern müsste. So dürfte es im letzten Vorrundenspiel gegen Kanada am kommenden Mittwoch nur noch um die Frage gehen, wer die Gruppe als Erster und wer als Zweiter abschliessen.

Das bessere Torverhältnis spricht vor dem Direktduell für den Co-Gastgeber. Die Ausgangslage ist klar: Gewinnt die Schweiz gegen Kanada, sichert sie sich den Gruppensieg. Bei einem Unentschieden oder einer Niederlage würde Kanada die Gruppe als Erster abschliessen.

Rückkehr und Weiterreise innerhalb kürzester Zeit

Die Schweiz auf Platz 2 zu sehen, ist ein Szenario, das bei den Verantwortlichen des Nationalteams mulmige Gefühle auslöst - und das völlig unabhängig vom sportlichen Aspekt. "Platz 2 wäre mit grossen logistischen Herausforderungen verbunden", sagt Media Officer Sergio Affuso gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA.

Als Gruppenzweiter stünde die Schweiz nur vier Tage nach dem letzten Gruppenspiel bereits wieder im Einsatz. Sie würde den ersten der 16 Sechzehntelfinals bestreiten: am Sonntag, 28. Juni, um 12.00 Uhr Ortszeit im Stadion von Inglewood bei Los Angeles.

Fest steht jedoch bereits, dass das Team nach dem letzten Gruppenspiel noch eine Nacht in Vancouver verbringen wird, da im Anschluss an die Partie ein Abendessen mit Familien und Freunden geplant ist.

Daher kehrt die Mannschaft erst am 25. Juni ins Basecamp nach San Diego zurück. Dieses müsste sie bereits am darauffolgenden Tag, dem 26. Juni, oder spätestens am 27. Juni wieder verlassen. Grundsätzlich sieht die FIFA vor, zwei Tage vor dem Match am neuen Spielort zu sein - in Ausnahmefällen kann jedoch davon abgewichen werden.

Hintergrund ist das sogenannte "Venue Hopping", das die FIFA für das Turnier vorgesehen hat. Das Basecamp wird nach der Gruppenphase aufgelöst, und das Team reist für die K.o.-Spiele in eine neue, vom Weltverband vorgegebene Unterkunft.

Es hätte auch die Möglichkeit gegeben, während des gesamten Turniers im gewählten Basecamp zu bleiben. Für diese Option entschied sich beispielsweise das deutsche Nationalteam. "Diese Möglichkeit kam für uns aus finanziellen Gründen aber nicht infrage", sagt Affuso. Der Aufwand, beispielsweise extra Charterflüge zu organisieren, wäre zu gross gewesen.

7,5 Tonnen Gepäck müssen bewegt werden

Konkret würde Platz 2 also bedeuten, dass die Schweizer am kommenden Donnerstag den gut dreistündigen Flug von Vancouver nach San Diego hinter sich bringen, im Basecamp alles abbauen sowie verpacken und am nächsten oder übernächsten Tag eine neue Unterkunft in der Nähe von Los Angeles beziehen müssten, um dort alles neu einzurichten.

Dabei handelt es sich um gut 7,5 Tonnen Ausrüstung, die von einem Ort zum anderen transportiert werden: 4,5 Tonnen allgemeines Material wie sämtliche Trikots, Trainingsanzüge, Bälle, die Physio-Ausrüstung, Gerätschaften für die Videoanalyse und das medizinische Equipment sowie drei Tonnen privates Gepäck der gesamten Delegation.

Klar ist auch, dass die sportliche Vorbereitung auf das Spiel unter diesem Zeitdruck sehr kurz käme. Daher hoffen Affuso und die weiteren Planungsverantwortlichen ganz klar auf den Gruppensieg. In diesem Fall stünde die Schweiz erst am 2. Juli, also acht Tage nach dem letzten Gruppenspiel, wieder im Einsatz, und zwar erneut in Vancouver.

Das Team könnte dann nach San Diego zurückkehren, sich dort in der gewohnten Umgebung vorbereiten und zwei Tage vor dem Spiel wieder nach Kanada reisen - ein deutlich entspannteres Programm.

Ein weiterer Pluspunkt im Fall des Gruppensieges: Gewinnt die Schweiz den Sechzehntelfinal, würde sie auch den Achtelfinal in Vancouver bestreiten. Das Team könnte sich im besten Fall also gleich für mehrere Tage dort einquartieren und müsste nicht direkt weiterreisen. Als Gruppenzweiter fände der Achtelfinal hingegen in Houston statt.

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