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Keystone-SDA | Sonntag, 14. Juni 2026

Bernerinnen begehen feministischen Streiktag dezentral

Tausende haben am Sonntag an einem dezentralen feministischen Streik im Kanton Bern teilgenommen. Statt zu einer Grossdemo trafen sich die streikenden Bernerinnen zum Brunch, Basteln und Bretterzerschlagen - ehe sie auf dem Bundesplatz zusammenkamen.

Zum gemeinsamen Programmpunkt vor dem Bundeshaus versammelten sich am Nachmittag schätzungsweise 5000 Menschen jeden Alters, wie eine Reporterin der Nachrichtenagentur Keystone-SDA berichtete - wobei zahlreiche Streikende dem Schatten am Rande des Platzes entlang schlichen, um der drückenden Sonne zu entkommen.

In Violetttönen und mit hoher Lautstärke machten sie ihre Forderungen geltend. Ihre Transparente trugen Aufschriften wie "My pussy, my rules" oder "Schutz kostet Geld, Gewalt kostet Leben". Das Rahmenprogramm umfasste DJ-Sets und Reden verschiedener Kollektive.

Zuvor hatten sich die Streikenden auf rund 50 Aktionen verteilt. Zahlreiche Organisationen stellten etwa einen Brunch, eine Bastelaktion oder eine Yogastunde auf die Beine. Während auf der Grossen Schanze an einer "Lismete" das Handwerk der Vorgängerinnen zelebriert wurde, liessen sich auf der Kleinen Schanze unter dem Motto "Smash the patriarchy" Bretter zerschlagen.

In Langnau im Emmental fand zudem eine Kundgebung statt. Eine grosse Demonstration durch die Berner Innenstadt stand heuer aber nicht auf dem Programm. Das Berner Streikkollektiv begründete diese Demopause mit den fehlenden Ressourcen. Diese würden bereits in die Vorbereitungen des schweizweiten Care-Streiks vom 14. Juni 2027 fliessen. Zudem habe in den Vorjahren jeweils eine kleine Gruppe die Demonstration organisiert.

Im Zentrum der Streikaktion stand der Kampf gegen geschlechtsspezifische Gewalt sowie der Ruf nach politischer Mitbestimmung und gleichen Rechten für alle, wie es das Streikkollektiv ausführte. Konkrete Forderungen beinhalteten etwa einen sicheren Zugang zu Schwangerschaftsabbrüchen, die Einführung eines dritten und offenen Geschlechtseintrages sowie diskriminierungsfreie Einbürgerungskriterien.

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