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Brandschutz in "Le Constellation" 2019 zuletzt kontrolliert
Die Bar, in welcher die Brandkatastrophe von Crans-Montana VS stattfand, ist 2019 zuletzt auf den Brandschutz kontrolliert worden. Das belegen Dokumente der Gemeindebehörden.
Die Brandschutzbestimmungen wurden in den Jahren 2016, 2018 und 2019 kontrolliert, wie der Gemeinderat am Dienstag mitteilte. Bei diesen Kontrollen seien "konkrete Änderungen" gefordert worden. Was diese beinhalten, präzisierte der Gemeinderat nicht.
Mängel an der verbauten Lärmschutz-Decke hätten die Behörden dabei nicht festgestellt, sagte Gemeindepräsident Nicolas Féraud vor den Medien. Dass seit 2020 keine Kontrollen mehr durchgeführt wurden, bedauere der Gemeinderat "zutiefst". Das Walliser Gesetz schreibt vor, dass öffentlich zugängliche Gebäude jährlich bezüglich des Brandschutzes kontrolliert werden.
Einen Grund für das Versäumnis konnte Féraud nicht nennen. "Wir haben heute keine Erklärung dafür." Das tue ihm schrecklich leid. Die Justiz werde entscheiden, wer verantwortlich sei.
Die Ermittlerinnen und Ermittler gehen davon aus, dass der verheerende Brand mit 40 Toten und 116 Verletzten in der Silvesternacht von der Verwendung von "Wunderkerzen" ausging. Diese hätten die Decke der Bar in Brand gesetzt.
Die Barbetreiber seien offenbar "extrem fahrlässig" gewesen, sagte der Gemeindepräsident weiter. "Sie sind Risiken eingegangen, die man nicht verantworten kann."
Sofortmassnahmen beschlossen
Unter diesen Umständen hat die Gemeinderegierung Sofortmassnahmen beschlossen: Sie verbietet die Verwendung von pyrotechnischen Gegenständen aller Art in geschlossenen Räumen auf dem gesamten Gemeindegebiet, hiess es weiter. Ausserdem habe sie ein externes Fachbüro mit der Kontrolle von öffentlichen Gebäuden beauftragt.
Einen Rücktritt lehnte Féraud ab. "Wir verlassen das Schiff nicht", sagte er auf eine entsprechende Frage. Dass die Gemeinde Crans-Montana als Nebenklägerin beim Strafverfahren gegen die Barbetreiber teilnehmen will, ist für Féraud kein Widerspruch. "Wir sind auch Opfer und Betroffene dieses Dramas."

















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