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Keystone-SDA | Mittwoch, 18. März 2026

Das bittere Ende des schönen Höhenflugs von Bodö/Glimt

Bodö/Glimt erlebt in Lissabon einen bitteren Abschied von der diesjährigen Champions League. Die Norweger werden entzaubert, und Erfolgstrainer Kjetil Knutsen kennt den Grund dafür.

Dieses Ende hatte Bodö/Glimt nicht verdient. Mit hängenden Köpfen verliessen die Spieler das Estadio José Alvalade, das eigentlich vorgesehen war für einen der grössten europäischen Exploits eines norwegischen Teams. Der erst zweite Champions-League-Viertelfinal in der Geschichte des skandinavischen Landes winkte nach dem fantastischen 3:0-Heimsieg.

Die rund 2600 mitgereisten Fans sahen ein Debakel: 0:3 nach 90 Minuten, 0:5 nach der Verlängerung. Sporting Lissabon spielte Bodö/Glimt an die Wand. Nichts mehr war zu sehen, von der breiten Brust, mit der sie eine Runde zuvor den Vorjahresfinalisten Inter Mailand ausgeschaltet und in der Ligaphase auch Manchester City und Atlético Madrid schon geschlagen hatten. Fünf Siege in Folge hatte die Mannschaft von Kjetil Knutsen in der Champions League aneinandergereiht.

Der falsche Fokus

"Es ist ein harter Schlag", sagte Patrick Berg, der Mittelfeldspieler der Norweger, nach dem Match. "Wir haben nicht das aufs Feld gebracht, was wir uns vorgenommen hatten. Unseren Matchplan konnten wir nie umsetzen. Wir machten alles nur halbbatzig." Was am Ursprung des brutalen Absturzes des Überraschungsteams dieser Saison stand, konnte Trainer Knutsen nicht im Detail sagen, aber er meinte selbstkritisch "Wir waren weit davon entfernt, uns selber zu sein."

Nicht das taktische oder spielerische stand für Knutsen unmittelbar nach der Niederlage im Vordergrund, sondern die Mentalität: "Wir haben nicht den Match gespielt, wir waren auf den möglichen Exploit fokussiert. Deshalb war die Hürde zu hoch. Sporting ging auf den Platz und kümmerte sich nur um das Spiel, während wir von der ersten Ballberührung an an die Konsequenzen dachten. Das machte uns passiv."

Der David unter den Goliaths

Die sichtlich geschockten norwegischen Fans im Stadion rafften sich mühsam auf, um ihre Spieler doch noch mit dem verdienten Applaus aus dem Stadion zu begleiten. Bodö/Glimt schaffte, was in der Champions League zunehmend schwierig wird. Es mischte mit den ganz Reichen mit. Mit einem Kaderwert von etwas mehr als 80 Millionen Euro war der entthronte norwegische Meister von 2024 die Nummer 31 unter den 36 Teilnehmern der Ligaphase.

Im Achtelfinal war der Liebling vieler Fussballfans deutlich der Kleine unter den Riesen. Die meisten anderen unter den besten 16 Teams Europas zählen in Milliarden oder zumindest in Hunderten von Millionen. Was es braucht, um mit deutlich weniger Geld mitzuhalten, kann auch für Schweizer Klubs interessant sein, von denen die besten mit ähnlichen Beträgen wirtschaften.

Förderung und Zusammenhalt

"Wir wollen in jedem Match mehr Rennen als der Gegner", machte Knutsen für den Europacup zur Devise. Zudem hat sich der Klub, der 2020 zum ersten Mal Meister war und in diesem Jahr sein Debüt in der Champions League gab, eine eindeutige Identität auferlegt. Die Förderung junger Spieler und ein grosser Zusammenhalt innerhalb der Mannschaft sind entscheidend. Die Gruppe steht im Vordergrund, niemand soll ausscheren.

Vielleicht ist die starke Identität ein Grund, weshalb die Spieler von Bodö sich schwer tun, in tieferen Breitengraden Fuss zu fassen. Die Leistungsträger Jens Petter Hauge oder Patrick Berg versuchten es ohne grossen Erfolg, bevor sie zu ihrem Stammklub zurückkehrten und unter Kjetil Knutsen wieder zur alter Stärke fanden. In der Champions League verdienten sich die beiden Bestnoten und machten beste Werbung für das System von Bodö/Glimt.

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