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Das Wichtigste zu den olympischen Freestyle-Wettbewerben
Wird Livigno an den Olympischen Spielen zum Schauplatz historischer Schweizer Höhenflüge? Das Wichtigste zu den Freestyle- und Skicross-Wettbewerben in vier Punkten.
Welche Wettbewerbe finden in Livigno statt?
Das auf gut 1800 m ü. M. gelegene Livigno ist ab dem 5. Februar Austragungsort aller Snowboard- und Ski-Freestyle-Wettbewerbe, von der Halfpipe über Slopestyle und Big Air bis zu Aerials, Buckelpiste und Parallel-Riesenslalom der Alpin-Snowboarder. Auch die Skicrosser ermitteln ihre Olympiasieger im Skiresort in der nördlichen Lombardei nahe der Schweizer Grenze. Insgesamt gibt es in Livigno 26 Medaillen-Entscheidungen.
Zwei Stätten wurden hierfür in den letzten Monaten und Jahren errichtet: der "Mottolino Snowpark" für Skicross, Halfpipe, Slopestyle und Big Air sowie der "Carosello 3000 Park" für Aerials und Buckelpiste. Aufgrund der massiven ökologischen Eingriffe und des Wasserverschleisses im Zuge des exzessiven Einsatzes von Kunstschnee standen die Vorbereitungen verschiedentlich in der Kritik.
Wer sind die Schweizer Hoffnungsträger?
Der wahrscheinlich grösste Schweizer Trumpf in den Freestyle-Wettbewerben ist Mathilde Gremaud. Die Freeskierin aus dem Kanton Freiburg tritt mit 25 Jahren zum dritten Mal an Olympischen Spielen an, blieb bislang nie ohne Medaille und ist bereits im Besitz eines kompletten Medaillensatzes. Dass sie auch 2026 zu den besten ihres Fachs gehört, unterstrich sie am letzten Wochenende mit einem vierten Sieg an den X-Games.
Im Skicross tritt Ryan Regez als Olympiasieger und Weltmeister an. Fanny Smith ist ebenfalls amtierende Weltmeisterin und gehört mit Sandra Näslund, der schwedischen Dominatorin der Gegenwart, zu den erfolgreichsten Skicrosserinnen. Alex Fiva, der Olympiazweite von 2022, mischt auch mit 39 Jahren vorne mit.
Noé Roth ist zweifacher und amtierender Weltmeister auf der Aerials-Schanze, und auch dessen Teamkollege Pirmin Werner sprang in dieser Saison im Weltcup schon auf das Podest. Der Freeskier Andri Ragettli will im dritten Anlauf olympisches Edelmetall im Slopestyle.
Wie schnitten die Schweizer Freestyler 2022 in Peking ab?
Vor vier Jahren gingen in China 6 der 15 Schweizer Medaillen auf das Konto der Freestyler. Mathilde Gremaud gewann Gold im Slopestyle und Bronze im Big Air, Ryan Regez und Alex Fiva feierten im Skicross einen Doppelsieg. Fanny Smith erhielt mit zehnmonatiger Verzögerung Bronze zugesprochen, nachdem sie zunächst wegen eines angeblich regelwidrigen Manövers im Final disqualifiziert worden war. Jan Scherrer sicherte sich Bronze in der Halfpipe.
Wer steht aus internationaler Sicht im Fokus?
Die in den USA aufgewachsene und lebhafte Chinesin Eileen Gu ist der grosse internationale Star der Freeskierinnen. Mit 23 Jahren ist die auch als Model gefragte Tochter einer Chinesin und eines Amerikaners zweifache Olympiasiegerin und zweifache Weltmeisterin. Laut Forbes gehört sie zu den am besten bezahlten Sportlerinnen der Welt. Im Weltcup, wo sie nur sporadisch antritt, gewann sie bislang 20-mal und damit so oft wie keine andere.
In der Halfpipe der Snowboarderinnen ist die amerikanische Doppel-Olympiasiegerin Chloe Kim (25) das Mass der Dinge. Bei den Männern überstrahlt der extrovertierte Australier Scotty James den introvertierten Peking-Sieger Ayumu Hirano aus der schwer greifbaren japanischen Freestyle-Armada.
Sandra Näslund ist die Skicross-Olympiasiegerin von 2022 und mit 44 Erfolgen die Weltcup-Rekordsiegerin. Mikaël Kingsbury bringt mit seinem üppigen Palmarès die wenig beachtete Buckelpiste auf die internationale Landkarte. Der 33-jährige Kanadier ist Olympiasieger von 2018 und Olympiazweiter von 2014 und 2022, neunfacher Weltmeister, 100-facher Weltcupsieger und 13-facher Gesamtweltcupsieger.
















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