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Nach dem 1:1 gegen Australien
Keystone-SDA | Sonntag, 07. Juni 2026

Captain Xhaka will seine Teamkollegen wachrütteln

Das 1:1 im letzten Test vor der WM regt Captain Granit Xhaka auf. Er appelliert an seine Teamkollegen, den Fokus wieder zu schärfen.

Er müsse aufpassen, sagt Xhaka im Interview mit SRF unmittelbar nach der Partie in San Diego. "Am liebsten würde ich alles sagen, aber ich behalte es vorerst für mich." Einiges lässt sich dem 33-Jährigen dann aber doch entlocken. Dabei findet er gewohnt deutliche Worte: "Wir müssen die Zügel nun anziehen, sonst fahren wir nach drei Spielen nach Hause. So kannst du nicht auftreten."

Xhaka prangert vor allem die Leistungen im Training an. Noch in der Qualifikation für die WM habe die Mannschaft bewiesen, dass sie mit intensiver Arbeit viel erreichen könne. Nun sei das Team jedoch etwas vom Weg abgekommen. "Für mich ist klar: Wenn du im Training hart arbeitest, wirst du auf dem Platz belohnt", sagt Xhaka und fügt warnend an: "Das war in dieser Woche leider nicht jeden Tag der Fall."

Die Mannschaft dürfe sich nicht in falscher Sicherheit wiegen. Die Gruppe mit Katar, Bosnien und Kanada sehe auf den ersten Blick vielleicht "einfach" aus, doch an einer WM gebe es keine schwachen Gegner. "Wir dürfen uns nicht zu sicher fühlen. Eine Leistung wie heute reicht nicht. Das müssen wir als Weckruf verstehen."

Erinnerung an frühere Kritik

Bislang sei die Vorbereitung nicht so verlaufen, wie er sich das vorgestellt habe, erklärt der Schweizer Rekordspieler mit 146 Einsätzen. Die Woche in St. Gallen, in der die Spieler nach und nach ins Lager eingerückt seien, sei von Sponsoren- und Medienterminen geprägt gewesen. In dieser Woche habe zudem die Geschichte um Breel Embolos Einreiseprobleme in die USA für Ablenkung gesorgt. "Jetzt sind wir endlich alle zusammen und können ab heute richtig arbeiten. Wir haben noch sieben Tage Zeit, in denen wir uns verbessern können und müssen."

Zum Schluss schlägt Xhaka jedoch versöhnliche Töne an: "Ich mache mir keine Sorgen. Ich weiss, dass wir es schaffen werden, uns wieder zu fokussieren."

Seine Worte erinnern stark an die Vorfälle während der EM-Qualifikation im Herbst 2023. Schon damals kritisierte Xhaka die Trainingsleistungen, was zu einer Aussprache mit Trainer Murat Yakin führte. Seither demonstrieren die beiden aber immer wieder Geschlossenheit. Yakin bezeichnet Xhaka gerne als seinen wichtigsten Ansprechpartner für taktische Fragen auf dem Platz.

Yakin sieht das Team "im Fahrplan"

Auf die Aussagen seines Captains, die ihm im TV-Interview grob zusammengefasst wurden, reagiert der Nationaltrainer leicht irritiert. "Das muss ich nachher mit ihm unter vier Augen besprechen."

Yakin selbst hebt zunächst die positiven Aspekte hervor: die starke Startphase und die Tatsache, dass sich niemand verletzt hat. "Wir hätten effizienter sein können", sagt er mit Blick auf die negativen Aspekte. "Mit vielen Fehlpässen und technischen Fehlern haben wir den Gegner etwas aufgebaut." Insgesamt sieht der 51-Jährige seine Mannschaft jedoch "im Fahrplan". Nun gelte es, die Partie genau zu analysieren.

Ärger beim Captain, Ruhe beim Nationaltrainer: Die unterschiedlichen Einschätzungen sorgen kurz vor dem WM-Start für Diskussionsstoff.

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