Die digitale Ausgabe des Sarganserländers.
Der Frühling beginnt immer früher
Der Frühling hält in der Schweiz immer früher Einzug: Die Haselblüte hat dieses Jahr rund zwei Wochen früher eingesetzt als üblich, hiess es von Meteoschweiz auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA.
Im schweizweiten Mittel begann die Haselblüte den Angaben des Bundesamts für Meteorologie und Klimatologie (Meteoschweiz) zufolge bereits am 7. Februar. Mittlerweile zieren auch Schneeglöckchen die Vorgärten, die Waldränder sind voller Bärlauch und erste Bäume entfalten ihre Blätter.
Dem Kalender zufolge beginnt der Frühling allerdings erst am 20. März. Dass die Natur dem Kalender voraus ist, ist dabei kein Einzelfall. In den letzten Jahrzehnten setzt der Frühling Daten von Meteoschweiz zufolge zunehmend früher ein.
Bis zu 10 Tage zu früh
Festgehalten wird diese Entwicklung mit dem sogenannten Frühlingsindex. Für den Index beobachten Forschende jedes Jahr die Entwicklung von neun ausgewählten Pflanzenarten und halten fest, wann diese zu blühen beginnen oder ihre Blätter entfalten. Aus diesen Beobachtungen wird ein Durchschnittswert berechnet. Dieser Wert zeigt an, wie früh oder spät sich die Frühlingsvegetation in einem bestimmten Jahr entwickelt. Als Vergleichsgrösse dient der Durchschnitt der Jahre 1991 bis 2020.
Die Daten belegen, dass der Frühling in der Schweiz seit den frühen 1990er-Jahren immer häufiger früher beginnt als im langjährigen Mittel. Der bisher früheste Frühlingsbeginn wurde im Jahr 2024 registriert, als die Vegetation einen Vorsprung von etwas mehr als zehn Tagen hatte. Auch im Jahr 2025 startete der Frühling rund sieben Tage zu früh. In den vergangenen zehn Jahren war der Frühling nur einmal, im Jahr 2021, geringfügig um weniger als einen Tag später dran als im Schnitt.
Für das laufende Jahr ist der Indexwert noch nicht berechnet. Die Zahlen werden im Mai erwartet.
Chaos in der Natur
Auswirkungen hat die frühe Blüte nicht nur auf Heuschnupfen-Geplagte, die tendenziell immer früher und länger mit den Pollen zu kämpfen haben, sondern auch auf die Natur.
Die Prozesse in der Tier- und Pflanzenwelt greifen wie Zahnräder ineinander, jede kleine Entwicklung ist auf andere abgestimmt. Beginnt der Frühling früher, kann dieses Zusammenspiel aus dem Rhythmus geraten.
So kann es beispielsweise vorkommen, dass Blüten bereits blühen, bevor die Insekten geschlüpft sind, die sie bestäuben sollten, oder dass der ideale Zeitpunkt für Nachwuchs für Zugvögel bereits vorbei ist, wenn sie aus dem Süden zurückkehren.
















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