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Keystone-SDA | Dienstag, 21. Juli 2026

Deutsche Bahn plant Alkoholverbot an allen Bahnhöfen

Kein Alkohol auf Bahnsteigen und in Bahnhofshallen - die Deutsche Bahn plant einen radikalen Schritt mit der Hoffnung auf mehr Sicherheit für die Fahrgäste und die Beschäftigten.

Wie "Bild" berichtet, soll es künftig an den 5.400 Bahnhöfen in Deutschland untersagt sein, Bier, Wein, Schnaps oder anderen Alkohol zu trinken. Die flächendeckende Umsetzung soll bis zum 15. Oktober 2026 abgeschlossen sein. Die Bahn bestätigte die Pläne auf Nachfrage der Deutschen Presse-Agentur (dpa).

"Wir greifen jetzt noch härter durch. Wir wollen mehr Ordnung und Sicherheit auf unseren Bahnhöfen und in unseren Zügen", sagte Bahnchefin Evelyn Palla der "Bild". Für sie zähle nur der Schutz der Kollegen und der Reisenden. Ausgenommen sein soll der Konsum innerhalb der lizenzierten Bahnhofsgastronomie.

Auch das Mitführen von Alkohol in verschlossenen Taschen oder aus Einkäufen soll weiterhin gestattet bleiben. Von Verboten innerhalb der Züge ist derzeit ebenfalls nicht die Rede. In ihren Fernzügen verkauft die Bahn auch selbst alkoholische Getränke.

Anlass für Verbot ist ein gewalttätiger Vorfall von Freitag

Bislang gilt ein Konsumverbot in Bahnhöfen vor allem an grossen deutschen Stationen wie in Frankfurt, Hamburg oder Köln. Die Regelung soll laut "Bild" über das Hausrecht der Bahn ausgeweitet werden. Die lokalen Hausordnungen sollen dazu in den kommenden Wochen in Abstimmung mit Kommunen und Behörden angepasst werden, wie es in dem Bericht heisst.

Anlass für das geplante Verbot war demnach ein Vorfall am Freitagabend im südwestdeutschen Baden-Württemberg. Ein 26 Jahre alter Sicherheitsmitarbeiter der Deutschen Bahn wurde bei einer Ticketkontrolle in einem Regionalzug nach bisherigen Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft von einem 36 Jahre alten Fahrgast geschlagen und getreten.

Während des Gerangels gab die Zugtür nach, der Bahnmitarbeiter fiel durch einen Spalt aus dem fahrenden Zug. Offen ist, wieso die Tür nachgab. Der 36-Jährige soll alkoholisiert gewesen sein.

Bahn verspricht sich von Verbot weniger Streitereien

Die Einhaltung des geplanten Verbots soll von den DB-Sicherheitskräften und der Bundespolizei überwacht werden. Wer beim illegalen Alkoholkonsum erwischt werde, müsse mit einem sofortigen Platzverweis rechnen. Bei wiederholten Verstössen drohe ein dauerhaftes Hausverbot, so die "Bild".

Die Deutsche Bahn verspricht sich von einem Alkoholverbot mehr Sicherheit und weniger Streitigkeiten unter Alkoholeinfluss. Entsprechende Erfahrungen hat sie unter anderem am Hauptbahnhof Hamburg gemacht. Nachdem der Konsum von Alkohol dort im April 2024 verboten worden war, ging die Zahl der Konflikte und Auseinandersetzungen spürbar zurück. Das Sicherheitsgefühl für Reisende habe sich verbessert, zudem sei der Reinigungsaufwand zurückgegangen, hiess es damals in einer ersten Bilanz.

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