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Déjà-vu und bittere Premiere für die Niederlande
Marokko erreicht im Schlagerspiel der ersten K.o.-Runde gegen die Niederlande mit 3:2 im Penaltyschiessen die Achtelfinals. Dort treffen die Marokkaner am Samstag in Houston auf WM-Mitorganisator Kanada.
Marokko siegte in der "Lotterie Penaltyschiessen" verdientermassen - obwohl sie vor der Verlängerung erst in der 91. Minute zum 1:1-Ausgleich kamen. Zuvor hatte die Niederlande nach einem Treffer von Cody Gakpo 20 Minuten lang geführt. Issa Diop, Verteidiger bei Fulham, glich mit einem Kopftor (und einem gewonnenen Kopfballduell gegen Virgil van Dijk!) in letzter Minute aus. Für Diop war es das erste Länderspieltor überhaupt.
Marokko, die Nummer 7 der Welt, setzte sich gegen die Weltnummer 8 Holland verdientermassen durch, weil die Afrikaner das Spiel prägten (70 Prozent Ballbesitz), öfter zum Abschluss kamen (11:6) und sich viel mehr grosse Chancen erspielten (5:1).
Marokko kann Penaltyschiessen
Am Ende entschied das Penaltyschiessen. Marokko kann Penaltyschiessen! An der WM in Katar eliminierten die Marokkaner den WM-Mitfavoriten Spanien im Penaltyschiessen mit 3:0. Und beim Gewinn des Afrika-Cup im Januar ebnet ein Sieg im Elfmeterschiessen gegen Nigeria im Halbfinal den Weg in den Final.
Und die Niederlande erlebte im Penaltyschiessen ein bitteres Déjà-vu: Unvergessen das Drama an der EM 2000, als die Niederländer im Halbfinal gegen Italien in der regulären Spielzeit zwei Elfmeter verschossen und dann auch das Penaltyschiessen mit 1:3 verloren. An der letzten Weltmeisterschaft schieden die Holländer nach einem 2:2 nach Verlängerung gegen den späteren Weltmeister Argentinien ebenfalls im Elfmeterschiessen aus (3:4).
Erstmals nach Führung verloren
Das Ausscheiden gegen Marokko bot indessen auch eine niederländische Premiere: Im 27. Spiel an einer Fussball-WM verloren die Niederländer erstmals nach einer Führung.
Cody Gakpo, 27-jähriger Stürmer des FC Liverpool, wäre beinahe der Matchwinner für seine Niederländer geworden. Gakpo hatte schon in der Gruppenphase beim 5:1 gegen Schweden zwei Goals erzielt. Seither ist die Welt für ihn aus den Fugen geraten. Übers Wochenende machte Gakpos Freundin Noa van der Bij öffentlich, dass ihr gemeinsamer Sohn, der im Oktober zur Welt gekommen wäre, während der Schwangerschaft gestorben ist. Im grössten persönlichen Unglück schoss Gakpo sein Team in der 72. Minute aber nur temporär ins Glück.
Telegramm:
Niederlande - Marokko 1:1 (1:1, 0:0) n.V., 2:3 i.P.
Guadalupe. - 51'243 Zuschauer (ausverkauft). - SR Pereira Sampaio (BRA). - Tore: 72. Gakpo (Summerville) 1:0. 91. Diop (Talbi) 1:1. - Penaltyschiessen: Koopmeiners 1:0, El Aynaoui (verschiesst); Kluivert (verschiesst), Rahimi 1:1; Weghorst 2:1, Talbi 2:2; Timber (verschiesst), Hakimi (verschiesst); Summerville (Bounou hält), Saibari 2:3.
Niederlande: Verbruggen; van Hecke, van Dijk, Aké (71. Koopmeiners); Dumfries, Gravenberch (86. Timber), de Jong (110. de Roon), van de Ven (86. Hato); Summerville, Gakpo (113. Kluivert); Brobbey (71. Weghorst).
Marokko: Bounou; Hakimi, Diop, Riad (75. Salah-Eddine), Mazraoui; Bouaddi (79. El Mourabet), El Aynaoui; Díaz (79. Yassine), Ounahi (86. Rahimi), El Khannouss (87. Talbi); Saibari.
Bemerkungen: Verwarnungen: 47. Diop.

















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